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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Bischof Benedikt von Sutri, ein mit dem (früheren) römischen Fürsten Alberich verwandter Römer und Sohn eines gewissen David, wird nach der Vertreibung des Papstes Bonifaz (VII.) (n. 526) von den Römern im Beisein des kaiserlichen Legaten, des (Mark)grafen Sico (von Spoleto), einstimmig unter dem Namen Benedikt VII. zum Papst gewählt und ordiniert.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Fragm. v. Ivrea (Weiland in GGN. 1885, 70); Hermann, v. Reichenau, Chr. (MGSS. V 116). Reg.: JL. I p. 480; Böhmer-Mikoletzky n. 671 b. Lit: Brezzi, Roma e l'impero 152 f.; Zimmermann, Papstabsetzungen 101.

Kommentar

Die Einstimmigkeit der Wahl und die Beteiligung des kaiserlichen Missus erwähnt im Anschluß an n. 526 das Fragment von Ivrea (... Benedictum communi omnium Romanorum electione, presentis imperatorii nuntii auctoritate munita ... substituit). Vgl. weiters die Notizen zum Jahre 974 bei Bernold v. Konstanz (MGSS. V 423), Frutolf-Ekkehard (MGSS. VI 191), Ann. Marchianenses (MGSS. XVI 613), Ann. s. Trudperti (MGSS. XVII 289), Ann. Gradicenses (MGSS. XVII 646), Gesta ep. Halberstadensium (MGSS. XXIII 85) sowie auch Gregor v. Catino (Balzani, FSI. 34/1903, 244), Ano. Zwetlensis (Migne, PL. 213, 1028), Chr. min. Erphordensis (Holder-Egger, SS. rer. G. 42/1899, 622) und Ebendorfer, Papstchr. (Zimmermann, MGSS. N. S. XVI 317). Zur Abstammung des Papstes vgl. Lib. pont. (Duchesne II 258: Benedictus, natione Romanus, Sutrinus vero episcopus, ex patre David) und die Nachricht des Petrus diac. in Chr. Casinensis (MGSS. XXXIV 175: Benedictus papa VII., propinquus supradicti Alberici Romanorum consulis, in apostolicam sedem inthronizatur). Zur Verwandtschaft mit Alberich vgl. vor allem Gerstenberg, Studien 4 und Zimmermann, Parteiungen 69. Benedikt VII. dürfte ein Vetter des Fürsten und Sohn von dessen Tante Theodora II. gewesen sein. Zum vorherigen Wirken des Papstes als Bischof von Sutri vgl. Schwartz, Besetzung 264 und Andrieu, La carrière 113. Noch vor seiner Wahl zum Papst dürfte Benedikt eine Pilgerreise nach Jerusalem unternommen und hier ein Kreuzpartikel erworben haben; vgl. die Erwähnung in Böhmer-Uhlirz n. 1429 und Manaresi, FSI. 96/1958, 533. Das genaue Datum der Erhebung ergibt sich aus den Urkunden n. 605 u. n. 606 für die Zeit zwischen dem 2. und dem 19. Okt. Irrig erhält Benedikt VII. zuweilen auch die Ordnungszahl VI. Er gilt je nach der Placierung Bonifaz' VII. als 138. oder 139. römischer Bischof. Über die angebliche Kandidatur des Abtes Maiolus von Cluny vgl. n. 621.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 527, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0974-10-00_1_0_2_5_0_557_527
(Abgerufen am 24.07.2017).