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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Unter Führung des Crescentius de Theodora erheben die Römer noch zu Lebzeiten des gefangenen Papstes Benedikt VI. (n. 523) den Diakon Franco, Sohn des Römers Ferrutius, unter dem Namen Bonifaz VII. zum Papst.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Lib. pont. (Duchesne II 255); Hermann v. Reichenau, Chr. (MGSS. V 116); Bernold v. Konstanz, Chr. (MGSS. V 399); Gregor v. Catino, Chr. (Balzani, FSI. 34/1903, 244); Ano. Zwetlensis (Migne, PL. 213, 1028); Chr. s. Bartholomaei (MGSS. XXXI 213); Martin v. Troppau, Chr. (MGSS. XXII 431). Reg.: JL. I p. 485; Böhmer-Mikoletzky n. 667 a. Lit.: Weiland, Zur Papstgeschichte 70 f.; Holtzmann, Kaiserzeit 272; Zimmermann, Papstabsetzungen 100.

Kommentar

Vgl. weiters die Notizen zum Jahre 974: Auct. Bellovacense (MGSS. VI 461), Chr. Vulturnense (Federici, FSI. 58/1925, 95) und Chr. ex Veneto (MGSS. XXIV 113) sowie die Erwähnung der Ordination: Ann. s. Blasii (MGSS. XVII 276), Ann. s. Trudperti (MGSS. XVII 289), Chr. regia Coloniensis (Waitz, SS. rer. G. 18/1880, 29) und Chr. min. Erphordensis (Holder-Egger, SS. rer. G. 42/1899, 622). Zur Herkunft des Papstes vgl. auch Lib. pont. (Duchesne II 257): Bonifatius, natione Romanus, ex patre Ferrutio). Im Hinblick auf n. 525 wird der Papstname zuweilen in Malifacius geändert; vgl. Cat. Augustensis (Duchesne II 257), auch Gerbert v. Aurillac (Olleris, Œuvres 205). Die Namenswahl Bonifaz' VIII. veranlaßte die Annahme einer Verwandtschaft der beiden Päpste, so daß Franco nicht Römer, sondern Gaetaner gewesen wäre; vgl. jedoch dazu Krämer in RQ. 51/1956, 184 ff. und Haller, Papsttum II 555, weiters zu den Theorien über die Familie F. di Broilo, La famiglia di Bonifacio VII. (Rivista del collegio araldico 3/1905, 449 ff.). Zum Diakonat Francos vgl. auch Cat. Sigerici (Duchesne II p. XV) und Andrieu, La carrière 113. Den richtigen Taufnamen Franco überliefert zuerst im Zusammenhang mit n. 525 das von Weiland 70 edierte Fragment von Ivrea; vgl. weiters das Epitaph Benedikts VII. (n. 620). Zum Datum der Erhebung vgl. n. 523 u. n. 526. Laut späteren, von Martin abhängigen Quellen erfolgte diese irrig erst nach der Ermordung Benedikts VI. (n. 525). Franco dürfte schon 972 bei der Wahl Benedikts VI. (vgl. n. 507) Gegenkandidat der Crescentier gewesen sein; vgl. dazu auch Zimmermann, Parteiungen 81 ff. Sein Pontifikatsbeginn wird aber auch in Urkunden erst ab 974 gerechnet; vgl. JL. I p. 485. Allgemein über Bonifaz VII. vgl. L. C. Ferrucci, Investigazioni storico-critiche su la persona e il pontificato di Bonifazio VII. (Lugo 1851 2) mit sehr positiver Würdigung. Bonifaz VII. gilt als 138. (Duchesne II 257) bzw. als 140. (Hermann v. Reichenau u. a.) römischer Bischof, je nachdem ob seine erste oder zweite (n. 630 ff.). Regierungsperiode gerechnet wird. Irrig werden ihm auch die Ordnungszahlen VI., VIII. und IX. gegeben.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 524, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0974-06-00_2_0_2_5_0_554_524
(Abgerufen am 30.05.2017).