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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Eine Synode unter dem Vorsitz des Papstes Benedikt VII. verdammt den flüchtigen Papst Bonifaz (VII.) und verhandelt mit negativem Ergebnis über (den früher abgesetzten) Bischof Theobald von Amiens.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Synodalschreiben an Theobald (Havet, Lettres 235) u. Gerbert v. Aurillac, Acta conc. Remensis 28 (Olleris, Œuvres 206). Reg.: JL. I p. 480; Boye, QuKat. 60. Lit.: Lot, Carolingiens 89; Mann, Lives IV 318; Hefele-Leclercq, Hist. des conc. IV 834; Lowis, Church of France 46; Schieffer, Legaten 35 f.; Zimmermann, Papstabsetzungen 101; Schröder, Synoden 303 ff.

Kommentar

Die Verdammung des Bonifaz erwähnt Bischof Arnulf von Orléans in seiner durch Gerbert wiedergegebenen Rede am Konzil von Verzy im Jahre 991: Bonefacius ... fugatus atque in magna synodo damnatus. Diese große Synode wird knapp nach der Flucht Bonifaz' VII. aus Rom (n. 526) und der Wahl Benedikts VII. (n. 527) noch Ende 974 stattgefunden haben. Vgl. dazu auch die Grabschrift Benedikts VII. (n. 620): Hic primus repulit Franconis spurca superbi, culmina qui invasit sedis apostolicae qui dominumque suum captum in castro habebat (vgl. dazu n. 526). Daß auf der Synode auch über Theobald von Amiens verhandelt wurde, ergibt sich aus dem Synodalschreiben, das Gerbert im Auftrag einer unter dem Vorsitz des Papstlegaten Stephan (vgl. n. 543) und des Erzbischofs Adalbero von Reims im Sep. 975 tagenden Reimser Provinzialsynode an Theobald richtete: iudicio domini Benedicti VII. papae in synodo, qua Bonefacius damnatus est, incurabilis repertus es. Theobald von Amiens war 947 durch Erzbischof Hugo von Reims ordiniert, 948 aber durch ein Konzil des Papstlegaten Marinus von Bomarzo (vgl. n. 218) in Trier exkommuniziert worden (vgl. Schröder, Synoden 305), weil er seine Weihe von dem abgesetzten Hugo erhalten hatte. 949 aus Amiens vertrieben, konnte Theobald sich erst etwa 972 wieder in den Besitz des Bistums setzen. Die römischen Verhandlungen über ihn unter Benedikt VII. erfolgten wohl auf Grund einer Anzeige Adalberos. Über die Datierung der Ereignisse vgl. Schieffer. Daß die Beschlüsse des römischen Konzils nach Frankreich mitgeteilt wurden, kann aus dem Synodalschreiben gefolgert werden. Über eine etwa anzunehmende Mitteilung der Beschlüsse nach Byzanz vgl. n. 553. Über den weiteren Verlauf der Angelegenheiten Theobalds vgl. n. 543.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 528, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0974-00-00_1_0_2_5_0_558_528
(Abgerufen am 25.03.2017).