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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt (VI.) teilt dem Erzbischof Friedrich von Salzburg und dem bayrischen Episkopat (Friderico Salzburgensis ecclesie archipresuli una cum suis fratribus, videlicet Norice provincie episcopis) mit, daß gemäß früheren päpstlichen Verfügungen dem Erzbischof das päpstliche Vikariat in Noricum und beiden Pannonien (in tota Norica provincia et in tota Pannonia superiori scilicet et inferiori) samt dem Recht verliehen wurde, hier der einzige Palliumträger zu sein sowie als einziger Bischofsweihen und sonstige erzbischöfliche Funktionen durchzuführen. ‒ Protoplasto generis humani ...

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1) 13. Jh., Wien HHStArch.: Hs.w 194/1 fol. 13. 2) 18. Jh., Wien HHStArch.: Cod. 324 (w. 190) fol. 185v. Drucke: Gewold, Varia 3; Hund-Gewold, Metropolis Salisburgensis I 54; Labbe-Cossart, Conc. IX 711; Lünig, Spicilegium I/2 Cont. 118; Cocquelines, Bull. I 272; Mansi, Coll. XIX 38; Kleinmayrn, Juvavia, App. 189; Fejér, Cod. dipl. Hungariae I 258; Migne, PL. 136, 1081; Tomassetti, Bull. I 433; Zahn, UB. Steiermark I 31; Hauthaler-Martin, Salzburger UB. II 97; Zimmermann, PUU. 440 n. † 224. Reg.: J. 2888; JL. 3767; A. v. Jaksch, Mon. hist. ducatus Carinthiae, III (1904) 53 n. 131 a; GP. I 16 n. † 35; Santifaller, LD. 317; Gombos, Cat. 398 n. 821; Wagner, UB. Burgenland I 14 n. 25; Magnae Moraviae fontes III 278 n. 132; Marsina, Cod. dipl. Slovaciae I 46. Lit.: Dümmler, Piligrim von Passau 51; Hacke, Palliumverleihungen 9 f.; Brackmann, Studien und Vorarbeiten I 93 ff.; Lerche, Privilegierung 140; Pelsõczi, Beziehungen 24 f.; Wagner, Urkundenfälschungen 11; Fichtenau, Urkundenfälschungen Pilgrims 93; Martí Bonet, Concesión del palio 150 f.; Dopsch, Gesch. Salzburgs I 210.

Kommentar

Zur Überlieferung, bes. über weitere Drucke, vgl. Salzburger UB. II 97 und GP. I 16 n. † 35 u. Zimmermann, PUU. 440. Der älteste Druck, von dem die späteren zumeist abhängen, beruht auf einer verlorenen Kopie des 12. Jh. aus Reichersberg. Diese Fassung unterscheidet sich von anderen durch einige Wortvarianten und vor allem dadurch, daß die Vikarsrechte auch den Nachfolgern Friedrichs (eiusque successoribus) zugesprochen werden; vgl. beide Fassungen im Salzburger UB. II 99 f. u. Zimmermann, PUU. 440 n. † 224. Die merkwürdig ausgestaltete Intitulation (Benedictus divina favente gratia atque totius populi electus apostolicus) veranlaßte Giesebrecht, Kaiserzeit I1 768, die Urkunde Benedikt V. zuzuschreiben, wogegen schon M. Büdinger in Zs. für österr. Gymn. 7/1856, 58 einwandte, daß solches auch Benedikt VI. von sich habe sagen können, zumal wenn eine Ausstellung in der Zeit vor der Papstweihe angedeutet werden soll. Zur Diskussion über die Echtheit der Urkunde, die noch Dümmler verteidigt, vgl. Salzburger UB. II 98. Den Nachweis der Fälschung erbrachte Brackmann, der auch zeigte, daß die Papsturkunde gleichzeitig mit königlichen Diplomen unter Erzbischof Friedrich hergestellt wurde, um den ebenfalls durch Falsifikate belegten angeblichen Rechten des Bischofs von Passau-Lorch in Ungarn (vgl. n. 513 u. n. 514) entgegenzutreten; vgl. über die Motive Friedrichs jetzt auch Fichtenau. Frühere Papsturkunden über das Vikariat der Salzburger Erzbischöfe in Noricum und Pannonien existieren nicht. Vgl. zum konkurrierenden Vikariat von Salzburg und Passau auch Beumann, Pontifikalinsignien 32 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †515, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0973-05-00_4_0_2_5_0_545_F515
(Abgerufen am 18.10.2017).