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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes XIII. bestätigt dem Kloster Breme unter dem Abte Pilgrim (Belegrimmo abbati et cunctę congregationi servorum Dei degentium apud venerabile monasterium beati Petri apostolorum principis fundatum in Bremetensi oppido inter Padum et Ticinum) (D. Pavia) auf Intervention des Bischofs Dietrich (I.) von Metz alle Rechte und Privilegien des zur Zeit des (fränkischen Hausmeiers) Karl (Martell) in Novalesa (prope Alpes in loco Novalitio) (D. Turin) begründeten und später wegen der Sarazenengefahr durch den Markgrafen Adalbert (von Ivrea) nach Breme verlegten Klosters, besonders die Schenkungen des Klostergründers Abbo für Novalesa und des Markgrafen Adalbert für Breme sowie die Andreaszelle in Turin (in civitate Taurinensi); verbietet die Ausübung priesterlicher Funktionen im Klostergebiet ohne Erlaubnis des Abtes sowie die Belastung des Klosters besonders durch Zehnt- und Abgabenforderungen; erläßt Alienationsverbot und unterstellt die Abtei der kaiserlichen und königlichen Herrschaft; bestätigt weiters das Recht der freien Abtwahl gemäß der Benediktinerregel. ‒ Si semper sunt concedenda ... Scr. pm. Leonis not. reg. et scrin. SRE. in men. Apr., ind. XV. ‒ Dat. pm. Andreę ep. s. Amerinę ęccl. XI. kal. Mai. a. pont. dom. nostri Joh(annis) ss. XIII. pp. VII., imp. autem dom.piissimorum imp. Ottonis videlicet XI. et equivoci filii eius V., in men. suprascr. et ind. XV.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 11. Jh., Turin Arch. di stato: Abbazie, Breme. Drucke: F. Malaspina, Sulla patria e sull'età del cronografo Novaliciense (Turin 1816) 92; Mon. hist. patriae, chartae I 228; Cipolla, FSI. 31/1898, 109; Bollea, BSS. 127/1933, 18; Zimmermann, PUU. 423 n. 216. Reg.: J. 2882; JL. 3761; Böhmer-Ottenthal n. 538; Chevallier, Reg. I n. 1336; IP. VI/1, 234 n. 2; Santifaller, LD. 316; Santifaller, Elenco 299. Lit.: Dümmler, Otto der Große 484; Constable, Monastic Tithes 214; Kortüm, UrkSprache 189 f. u. 353 f.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. auch Kehr in GGN. 1901, 63 u. 1902, 173. Die Veranlassung der Privilegierung war die schriftliche Bitte der Mönche an den Papst (n. 490), die freilich in der Urkunde weder ausdrücklich erwähnt noch vollständig erfüllt wurde. Von Bischof Dietrich heißt es, daß er die Bitten der Mönche überbracht habe: quia per interventum karissimi et reverendissimi fratris nostri Theoderici sancte Metensis ecclesie presulis postulatio fratrum Bremetensis monasterii venit ad nos. Dies bezieht sich jedoch kaum auf die Bittschrift, da Dietrich Anfang 972 die byzantinische Braut Ottos II. aus Süditalien nach Rom geleitete und ein Aufenthalt im Kloster Breme nicht bezeugt ist. Dietrich erscheint auch in der wenig später ausgestellten Urkunde Ottos des Großen für Breme (Böhmer-Ottenthal n. 538) als Intervenient. Das Papstdiplom diente der Kaiserurkunde teilweise als Vorlage. Die Turiner Andreaszelle war der erste Aufenthaltsort der Mönche nach ihrer Flucht aus Novalesa und vor ihrer Ansiedlung in Breme. Vgl. dazu auch G. Tabacco in: Monasteri in Alta Italia (Turin 1966) bes. 493 f. Auffällig ist der Passus, daß das Kloster sub modesta gubernatione imperialis et regie potestatis gestellt sei, da die Mönche in ihrer Bittschrift behaupteten, sie unterstünden seit der Gründung des Klosters Novelesa durch Abbo dem alleinigen päpstlichen Schutz. Erst im 12. Jh. erhielt die Abtei päpstliche Schutzprivilegien; vgl. IP. VI/1, 236.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 495, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0972-04-21_1_0_2_5_0_523_495
(Abgerufen am 28.05.2017).