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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XIII.) erteilt mit Zitierung eines Briefes des Papstes Gregor (I.) an Bischof Syagrius von Autun (JE. 1747) (dem Markgrafen Borell I. von Barcelona) den Auftrag, anstelle des unkanonisch zum Bischof von Gerona aufgestiegenen Neophyten (Miro von Besalú) den Erzbischof Atto (von Vich) mit der Verwaltung des Bistums Gerona zu betrauen (ut eiusdem sanctae Gerunensem ecclesiae Attonem virum venerabilem archipresulem et confratrem nostrum provisorem et gubernatorem ipsius ecclesiae in omnibus preesse). ‒ Filiationi ...

Überlieferung/Literatur

Org.: Papyrus (635 × 1650) Vich Arch. catedral. Kop.: Facs.: Kehr, Die ältesten PUU. n. 5; Pont. Rom. dipl. n. 8. Drucke: España sagrada XXVIII 242; Migne, PL. 135, 988; Millares, Doc. 144; Kehr, Die ältesten PUU. 45; Pont. Rom. dipl. n. 8; Junyent, Dipl.Vic 341; Zimmermann, PUU. 413 n. 210. Reg.: J. 2878; JL. 3750; Omont, Bulles pont. 580 n. 12: Santifaller, Elenco 299; Santifaller, Beschreibstoffe 34 n. 14; Rabikauskas, Kuriale 228; Rabikauskas, Skriptumzeile 108; Mundó, Notes 115; Martí Bonet, Reg. 395 n. 22. Lit.: Millares, Doc. 138 ff.; Kehr, Die ältesten PUU. 16 f.; Kehr, Prinzipat 13 ff.; Vincke, Staat und Kirche 351 ff.; Villada, Hist. de España III 293; Rabikauskas, Kuriale 72 f.; Abadal, Comtes catalans 309; Abadal, L'esperit de Cluny 36 f.; Zimmermann, Rechtstradition 133; Fuhrmann, Pseudoisidor II 320; Kortüm, UrkSprache 43 ff.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Kehr, PUU. in Spanien I 116. Die Urkunde ist oben stark beschädigt, so daß der Empfänger, wahrscheinlich Markgraf Borell I. von Barcelona, nur vermutet werden kann. Der in Gerona wirkende Neophyt ist mit dem Grafen Miro III. von Besalú zu identifizieren, der Archidiakon von Gerona gewesen war, dieses Amt aber 968 aufgegeben hatte, um nach dem Tod seines Bruders Seniofred die Grafschaft Besalú zu übernehmen. Im Jahre 970 riß er nach dem Tode des Bischofs Arnulf von Gerona die Bischofswürde an sich und vereinigte seither Bistum und Grafschaft unter seinem Regiment. Markgraf Borell hatte großes Interesse, diesen mächtigen Gegner aus seiner Stellung zu entfernen und gleichzeitig durch die Vereinigung der Bistümer Vich und Gerona die Position des neu ernannten Erzbischofs Atto von Vich (n. 476) zu stärken. Von Borell ist daher vermutlich das päpstliche Mandat erwirkt worden, das freilich nicht ausgeführt werden konnte, so daß Benedikt VII. Miro als Bischof von Gerona anerkannte (n. 585). Das Mandat ist undatiert, aber wohl gleichzeitig mit n. 476, n. 477, n. 478 und n. 479 während des Romaufenthaltes des Markgrafen (n. 474) ausgefertigt worden. Das Papyrusoriginal hat die für Urkunden übliche Größe, entbehrt aber der Skriptumzeile, des Bene valete und der Datierung. Das Stück repräsentiert also einen zwischen Papstbrief und Papsturkunde stehenden Typ. Den größten Teil des Textes nimmt das Zitat aus dem Brief Gregors I. (Register IX n. 218: MG. Epist. II 207 Zeile 28 bis 208 Zeile 14) ein. Die Schrift ist eine Mischung von Kuriale und Minuskel, was Millares 140 und Kehr, Die ältesten PUU. 16 fälschlich dazu veranlaßte, eine spätere Nachzeichnung bzw. Retouchierung von verblaßten Buchstaben und Urkundenteilen anzunehmen.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 480, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0971-01-00_5_0_2_5_0_508_480
(Abgerufen am 24.01.2017).