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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XIII.) teilt dem König Edgar und allen Gläubigen in England mit (Edgaro regi excellentissimo atque omnibus episcopis, ducibus, comitibus, abbatibus et cuncto fideli populo Anglice gentis), daß auf königliche, durch den (Erz)bischof Dunstan (von Canterbury) übermittelte Bitte der Konsens zur Vertreibung der unwürdigen Kanoniker aus dem Altmünster in Winchester (de monasterio in Wyntonia civitate in honore sancte Trinitatis et beatissimorum apostolorum Petri et Pauli constructo) sowie zur Ansiedlung von Mönchen durch den Bischof Aethelwald (von Winchester) erteilt wurde, und bestimmt, daß dessen Nachfolger aus diesem oder einem anderen Konvent, aber nicht aus dem Klerus genommen werden sollen. ‒ Quoniam semper concedenda sunt ...

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: Ende 13. Jh., Winchester Library of Dean and Chapter: Chartularium prioratus s. Swithuni Wyntoniensis I quat. 1 fol. 5V u. II fol. 41v. Insert: Johannes v. Pontissara, Registrum (Canterbury and York Society 30/1924, 630). Erw.: Ann. Wintonienses 959 (Luard, SS. rer. Brit. 36/2, 12); Ranulf v. Higden, Polychr. VI 9 (Babington, SS. rer. Brit. 41/6, 466); Richard v. Cirencester, Speculum III 22 (Mayor, SS. rer. Brit. 30/2, 111). Drucke: M. Parker, De antiquitate Britanicae ecclesiae (London 1572) 91; Migne, PL. 135, 985; Stubbs, Memorials of St. Dunstan 364; Birch, Cartularium III 571; Whitelock, Councils and Synods 111; Zimmermann, PUU. 416 n. 212. Reg.: J. 2875; JL. 3753; Santifaller, LD. 316. Lit.: Hunt, English Church 358; Mann, Lives IV 269 f.; Robinson, Times of St. Dunstan 88 u. 113 ff.; Knowles, Monastic Order 41; Duckett, St. Dunstan 119 f.; Vollrath, Synoden 270 f.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. weiters Holtzmann, PUU. in England II 39 f., 42, III 23, 63 u. 91. Über die gemeinsam mit König und Papst unternommenen Reformen Dunstans in England berichten allgemein auch Osbern und Eadmer v. Canterbury (Stubbs, SS. rer. Brit. 63, 113 u. 211), Helinand v. Froidmont (Migne, PL. 212, 906) und Alberich v. Troisfontaines (MGSS. XXIII 770). Als Beispiel wird auf Winchester verwiesen. Die Datierung des Privilegs muß erschlossen werden: Aethelwald wurde Ende 963 Bischof, die Vertreibung der Kanoniker aus dem Altmünster erfolgte 964 (vgl. Duckett 118 ff.) und König Edgar starb 975. Es kann also nur Johannes XIII. als Urheber des Privilegs in Frage kommen, der damit bereits getroffene Maßnahmen bestätigte (auctoritate apostolica sancientes), wiewohl die Urkunde den Anschein zu wahren sucht, als wäre der päpstliche Konsens schon vorher eingeholt worden. Auffälligerweise erwähnt die Urkunde nur Altmünster (quod vetus differentia novi illius quod iuxta est cenobii cognominatur), aber nicht die 965 durchgeführte Reform im Neumünster. Trotzdem erscheint die Datierung zu 971 am wahrscheinlichsten, weil damals der Papst auch für Glastonbury entsprechende Maßnahmen ergriff (vgl. n. 482). Bei Whitelock wird gleichwohl auf Ende 963 datiert; vgl. auch Whitelock, Appointment 242. Die Papsturkunde diente als Vorlage für die Fälschung n. 269 sowie für andere Falsifikate zugunsten von Canterbury; vgl. darüber Brooke in The Downside Review 68/1950, 465 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 483, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0971-00-00_3_0_2_5_0_511_483
(Abgerufen am 30.05.2017).