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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XIII.) empfängt eine Gesandtschaft des englischen Königs Edgar, die ihm eine königliche Urkunde zugunsten des Klosters Glastonbury (D. Wells) überbringt und um deren Bestätigung ersucht. Mit Zustimmung eines römischen Konzils bestätigt der Papst die königlichen Verfügungen, läßt darüber eine Urkunde ausstellen (n. 482) und das königliche Privileg durch die Konzilsteilnehmer unterschreiben.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Wilhelm v. Malmesbury, De antiquitate Glastoniensis eccl. (Migne, PL. 179, 1717 f.); Wilhelm v. Malmesbury, Gesta regum II 150 (Stubbs, SS. rer. Brit. 90/1, 168 f. u. 172); Chartular von Glastonbury (Watkin I 146); Johannes v. Glastonbury, Chr. (Hearne 137). Reg.: Boye, QuKat. 59. Lit: Mann, Lives IV 297 f.

Kommentar

Die dem Papst angeblich übersandte königliche Urkunde ediert Birch, Cartularium III 574. Es handelt sich um eine Fälschung; vgl. Watkin, Great Chartulary I p. LVIII. Auch die päpstliche Bestätigungsurkunde (n. 482) ist eine Fälschung, so daß es fraglich ist, ob das römische Konzil überhaupt jemals stattgefunden hat. Bei Wilhelm v. Malmesbury werden die Ereignisse fälschlich ins Jahr 965 datiert, wozu aber die angegebene Indiktion XIV nicht stimmt. Im Chartular von Glastonbury steht dagegen die einzig mögliche Datierung: Eodemque anno, qui fuit DCCCCLXXI. dom. incarn., ind. XIV. papa Johannes hanc ipsam paginam Rome in generali sinodo autorizavit. Über andere päpstliche Maßnahmen zugunsten von Glastonbury, die Wilhelm v. Malmesbury irrig ebenfalls in die Zeit Johannes' XIII. und des angeblichen römischen Konzils datiert, vgl. n. 623.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †481, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0971-00-00_1_0_2_5_0_509_F481
(Abgerufen am 17.10.2017).