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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes XIII. läßt dem Kaiser Otto I. durch einen Boten mitteilen, daß mit dem spanischen Markgrafen Borell (I. von Barcelona) und dem Bischof Atto (von Vich) auch der gelehrte Gerbert (von Aurillac) nach Rom gekommen sei, und auf dessen besondere Kenntnisse und didaktische Fähigkeiten in der Mathematik aufmerksam machen. Er erhält den kaiserlichen Auftrag, Gerbert in Rom zurückzuhalten, stellt diesen später dem Kaiser vor und übermittelt darauf dem Markgrafen Borell und dem Bischof Atto Ottos Wunsch, Gerben einige Zeit bei sich zu behalten, um ihn erst später reich beschenkt und ehrenvoll wieder nach Spanien zu entlassen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Richer v. Reims, Hist. III 44 (Latouche II 52). Reg.: Böhmer-Ottenthal n. 527 b; Böhmer-Mikoletzky n. 597 a; Martí Bonet, Reg. 392 n. 17.. Lit.: Dümmler, Otto der Große 475; Eichengrün, Gerbert 3; Leflon, Gerbert 28 f.; Abadal, L'esperit de Cluny 35; Zimmermann, Dunkle Jh. 178.

Kommentar

Zur Datierung vgl. n. 474. Richers Bericht ist insofern ungenau, als er Borell und Atto noch vor dem Zusammentreffen Gerberts mit dem Kaiser wieder nach Spanien abreisen läßt, während jene wohl längere Zeit in Rom blieben, einer sofortigen Vorstellung Gerberts beim Kaiser auch kaum etwas entgegenstand, da sich dieser damals in Rom oder dessen näheren Umgebung befand. Gerbert ist später nicht nach Spanien zurückgekehrt, sondern mit dem als Logiker berühmten Archidiakon Gerannus von Reims nach Frankreich gereist. Da Gerannus im Frühjahr 972 in Rom nachweisbar ist (vgl. n. 496), muß der Aufenthalt Gerberts in Rom bzw. am Kaiserhof über ein Jahr gedauert haben; vgl. dazu auch H. Glaesener, Les rapports du moine Gerbert avec les Ottonides (Revue du Nord 31/1949, 127) und Zimmermann, Gerbert 235 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 475, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0970-00-00_3_0_2_5_0_503_475
(Abgerufen am 25.03.2017).