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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XIII.) bestätigt dem Abt Werner von Fulda (Werinhario sacri cęnobii Fuldensis abbati) die Exemtion seines Klosters, verbietet die Feier des Hochamtes im Kloster ohne Erlaubnis des Abtes, bestätigt die Klosterbesitzungen und verleiht dem Abt und seinen Nachfolgern den Primat unter den Äbten Galliens und Germaniens (ante omnes Gallię vel Germanię abbates primatum sedendi) sowie das Recht, beim Pontifikalamt Dalmatika und Sandalen zu tragen; verbietet die Verlehnung von Klostergütern und gebietet die Armen- und Gästepflege. ‒ Quia semper sunt concedenda ... Scr. pm. Leonis secundicerii SA. in men. Dec., ind. V.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1) Mitte 12. Jh., Marburg StArch.: Hs. Abt. K 425 p. 89. 2) Ende 13. Jh.; Marburg StArch.: Hs. Abt. K 427 fol. 32. Druck: Harttung, Dipl.-hist. Forschungen 408; Roller, Eberhard von Fulda, Beilage II 2; Zimmermann, PUU. 398 n. † 201; Meyer zu Ermgassen, Codex Eberhardi I 76. Reg.: JL. † 3745; Santifaller, LD. 316; Santifaller. Elenco 298; GP. IV/4, 372 n. † 51. Lit.: Harttung, Dipl. hist. Forschungen 310 u. 409 ff.; Rathsack, Fälschungen 519 f.

Kommentar

Die Datierung ergibt sich aus der Sedenzzeit des Abtes Werner (968‒982) und der Regierungszeit des Papstes, doch paßt dazu weder die Indiktion noch die Nennung eines Secundicerius Leo. Im Unterschied zum echten Privileg Johannes' XIII. für Fulda (n. 462) enthält die Urkunde die Bestimmungen über die Pontifikalien, über die Verlehnung und über das Hospital. Der dabei gebrauchte Ausdruck (beneficia ministerialium) ist aber für das 10. Jh. ungebräuchlich, und das Hospital wurde erst im 12. Jh. errichtet. Laut Harttung 347 handelt es sich um eine Fälschung frühestens aus dem zweiten Drittel des 11. Jh., die wohl n. 462 ersetzen sollte und daher in dessen zeitliche Nähe zu datieren ist. Als Fälscher gilt heute aber der Fuldaer Mönch Eberhard, in dessen Urkundensammlung das Privileg zuerst aufscheint. Der ansonsten als Notar nicht bezeugte Secundicerius Leo wäre wohl mit dem gleichnamigen Skriniar identisch, der auch n. 463 geschrieben hat; vgl. Santifaller, Elenco 98.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †464, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0969-12-00_1_0_2_5_0_490_F464
(Abgerufen am 23.10.2017).