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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes XIII. gibt allen Gläubigen (universis episcopis ac totius dignitatis et ordinis catholicis viris) bekannt, daß er dem Gebetes halber nach Rom gekommenen Erzbischof Dietrich (I.) von Trier (Treuerensi ęcclesię predictoque fratri nostro Theoderico et per eum cunctis successoribus suis) mit Rat und Konsens des römischen Klerus und auf Grund der von Dietrich erhaltenen Informationen über die Begründung des Christentums in Trier als erster Stadt Galliens durch die vom Apostel Petrus ordinierten Eucharius, Valerius und Maternus die diesen sowie ihren Nachfolgern, angefangen von Agritius, Maximin, Paulinus und Severus, durch die Päpste verliehenen, durch einen Stadtbrand aber vernichteten Privilegien seiner Kirche erneuert habe, wonach der Erzbischof als apostolischer Vikar in Gallien und Germanien besonders bei Synoden den Primat und Vorrang nach päpstlichen Legaten sowie nach Kaiser und König innehabe (in Galliam Germaniamve ... Treuerensis presul post ... legatum ... similiter post imperatorem sive regem sedendi, sententiam edicendi et sinodale iudicium canonice promulgandi primatum habeat, utpote in illis partibus vicarius noster); überträgt ihm das alleinige Ordinationsrecht für seine Kirchenprovinz; mahnt mit Zitierung eines Dekretes von Clemens (I.) zum Gehorsam gegenüber dem Erzbischof und bestätigt alle Besitzungen seiner Kirche in und außerhalb von Trier. ‒ Quia licet indigni ... Scr. pm. Stephani not. reg. et scrin. SSA. in men. Jan. et ind. XII. supradicta. ‒ Dat. XI. kal. Feb. pm. Sicconis ep. s. Bleranę eccl. ad vicem Guidonis ep. et bibl. SSA. a. Deo propitio pont. dom. Johannis pont. et univ. XIII. pp. in ss. sede b. Petri apost. III., imp. autem dom. Ottonis maioris VII., minoris vero II., in men. et ind. suprascr. XII.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1) Anf. 12. Jh., Koblenz StArch.: Best. 1 A (Erzstift Trier Urk.) 40. 2) 12. Jh., Koblenz StArch.: Best. 162 n. 1401 fol. 90. Insert: Gesta Treverorum 29 (Wyttenbach-Müller I 107; vgl. MGSS. VIII 169 add.). Erw.: Urk. Leos IX. v. 1049 (Heydenreich, Metropolitangewalt 152 n. 83). Drucke: Kyriander, Ann. 97; Brower-Masen, Antiquitates I 472; Lünig, Spicilegium I/2, 199; Cocquelines, Bull. I 264; Hontheim, Hist. I 305; Migne, PL. 135, 974; Tomassetti, Bull. I 419; Beyer, Mittelrhein. UB. 1288; Zimmermann, PUU. 384 n. 195. Reg.: J. 2864; Goerz, Reg. Trier 327; Goerz, Mittelrhein. UB. II 626 n. 259; Goerz, Reg. 1290 n. 1020; JL. 3736; Santifaller, LD. 316; Heydenreich, Metropolitangewalt 151 n. 59; Santifaller, Elenco 297; GP. X/1, 45 n. 69. Lit.: Lerche, Privilegierung 141; Heydenreich, Metropolitangewalt 23 f. u. 124 f.; Oppermann, Urkundenstudien II 139 ff.; Ewig, Tradition 148, 163, 178 f. u. 183 f. (= Schriften II 52, 67 u. 80 ff.); Beumann, Wissenschaft vom Ma. 129 u. 392; Boshof, Erzstift Trier 49 ff. u. 70 ff.; Boshof, Spitzenstellung 27 ff.; Engels, Pontifikatsantritt 737 f.; Rathsack, Fälschungen 277 ff.; Hussong, Reichsabtei Fulda I 210 f.; Hehl, Iuxta canones 117 ff.

Kommentar

Die älteste Kopie steht auf der Versoseite einer Kopie des zitierten Privilegs Leos IX. Außer hier finden sich Erwähnungen auch in den Urkunden Viktors II. von 1057, Innozenz' II. von 1137, Eugens III. von 1152 (Heydenreich n. 87, 137 u. 149), Hadrians IV. von 1155 und Clemens' III. von 1190 (Beyer 1648 u. II 141). Vgl. auch die Nachurkunde n. 511. Über weitere Drucke vgl. Goerz, Reg. I 290 n. 1020. Die Echtheit des Privilegs zumindest bezüglich des Trierer Primates haben Oppermann und neuerdings Rathsack bezweifelt; vgl. dagegen Ewig 183 f., Fuhrmann in ZRG. KA. 41/1955, 105 f. u. Hussong. Boshof rechnet mit einer Empfängerherstellung, die in Rom ohne Berücksichtigung des widersprechenden Mainzer Primats (vgl. n. 298 u. n. 542) gutgläubig bestätigt wurde. Der Bericht über die älteste Kirchengeschichte Triers beruht allerdings auf einem falschen Privileg Silvesters I. sowie auf den Viten der genannten ersten Bischöfe von Trier; vgl. darüber Sauerland, Trierer Geschichtsquellen 88 ff. Das Zitat aus Pseudoclemens vgl. bei Hinschius, Decretales 53 und dazu Zimmermann, Rechtstradition 134 und Fuhrmann, Pseudoisidor 318 f. Der erwähnte Trierer Stadtbrand ist ins Jahr 451 zu datieren. Über den Synodalvorsitz vgl. auch Ganahl, Studien 26 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 456, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0969-01-22_1_0_2_5_0_482_456
(Abgerufen am 24.01.2017).