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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Dem Gesandten Kaiser Ottos (I.), Bischof Liudprand von Cremona, wird im Kaiserpalast durch den Patricius Christophorus ein nur silbergesiegeltes Schreiben des byzantinischen Kuropalates Leon an den Papst (Johannes XIII.) zur Bestellung übergeben, das dessen Brief (n. 444) an Kaiser Nikephoros (II. Phokas) beantwortet und den Papst mit dem sicheren Untergang bedroht, falls er seine Einstellung zum (ost)römischen Kaisertum nicht ändere.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Liudprand v. Cremona, Relatio 56 (Becker, SS. rer. G. 41/1915, 206). Reg.: Böhmer-Ottenthal n. 485 b. Lit.: Hergenröther, Photius III 715 f.; Schlumberger, Nicéphore 656; Zimmermann, Dunkle Jh. 171.

Kommentar

Gleichzeitig erhielt Liudprand ein Chrysobull für Kaiser Otto. Der Papst wurde weder eines Goldsiegels noch eines kaiserlichen Antwortbriefes für würdig erachtet, so daß für den Kaiser dessen Bruder Leon antwortete. Während der Audienz mußte sich Liudprand manche Vorwürfe gegen den Papst anhören (vgl. n. 444), unter anderem auch, daß Johannes XIII. einst mit Johannes XII. in Verbindung gestanden habe; vgl. dazu n. 386 und Liudprand. Relatio 50 (Becker 202: Papa Romanus ‒ si tamen papa est vocandus, qui Alherici filio apostatae, adultero, sacrilego communicavit, comministravit ...). Der genaue Wortlaut des an den Papst gerichteten Schreibens ist unbekannt.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 445, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0968-09-17_1_0_2_5_0_471_445
(Abgerufen am 29.05.2017).