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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XIII.) verleiht der Kirche von Ravenna unter Erzbischof Aribert (Ariberto archiepiscopo) wunschgemäß den der römischen Kirche gehörigen Ort Formignana (curtem que vocatur Firminiana) (D. Ferrara) unter der Bedingung, daß einmal jährlich für die Ortsbewohner ein dreitägiges Gericht durch einen ravennatischen Gesandten gehalten werde, wofür der Kirche von Ravenna ein jeweils zu Ostern fälliger Jahreszins von zwanzig Goldsolidi und zwanzig Schweinsschultern gebühre, und bedroht Rechtsverletzung mit einer Buße von dreihundert Goldpfund an den Lateran. ‒ Quociens illa a nobis ... Dat. pm. Guidonis s. Silve Candide ep. et bibl. SAS. III. kal. Maii a. XIII. pont. dom. pp. Johannis, imp. dom. Ottone, ind. X.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1) 11. Jh., Ravenna Arch. avesc.: F. 2166. 2) Ende 16. Jh., Rom Arch. Vat.: Arm. XXXII 15 fol. 114. Drucke: Amadesi, Chronotaxim II 328; Zimmermann, PUU. 354 n. 180. Reg.: J. 2845; JL. 3713; IP V 50 n. 161; Santifaller, LD. 315; Santifaller, Elenco 294. Lit.: Amadesi, Chronotaxim II 167 f.; Fasoli, II dominio territoriale 122.

Kommentar

Schon Amadesi, der nach der Kopie aus dem 17. Jh. edierte, erschien die Urkunde von zweifelhafter Echtheit. Zumindest arge Kopistenfehler müssen angenommen werden. Zwar folgt das Privileg textlich weitgehend einer echten Urkunde Hadrians II. (IP. V 241 n. 1), aber Erzbischof Aribert, der in der Adresse ungewöhnlich mit dominus angesprochen wird, war ein Zeitgenosse Johannes' XIX. (1020‒1027). Sein Sitz wird nicht genannt. In der nur verstümmelt überlieferten Datierung ist das Pontifikatsjahr falsch und wurde schon vom Kopisten des 16. Jh., dem angeblich noch das allerdings kaum mehr lesbare Original vorlag, in III. verbessert, was freilich auch nicht zu 967 paßt, welches ein 10. Indiktionsjahr war. Da sowohl Indiktion als auch das 3. Pontifikatsjahr auf 1027 zutreffen würde, wäre eine Zuschreibung zu Johannes XIX. möglich, was aber wegen des Kaiser- und Datarnamens nicht in Frage kommt. Die Monatsangabe wurde im 16. Jh. in März verbessert. Der 967 regierende Erzbischof von Ravenna war Petrus IV, zu dessen Gunsten im April 967 in Ravenna die Urkunden n. 416 und n. 417 ausgestellt wurden. Die Anwesenheit des Datars Wido in Ravenna ist durch n. 414 und n. 419 bezeugt. In MG. DO. III n. 330 u. 341 (Böhmer-Uhlirz n. 1328 u. 1338) sowie DH. II n. 290 (Böhmer-Graff n. 1809) werden Verleihungen eines Papstes Johannes an die Kirche von Ravenna bestätigt, worunter vielleicht auch unser Diplom gemeint sein könnte; vgl. Kölmel, Kirchenstaat 49, während Uhlirz in MÖIG 48/1934, 298 und 50/1936, 14 Anm. 2 eine verlorene Urkunde Johannes' XV erschließt.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 421, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0967-04-29_1_0_2_5_0_446_421
(Abgerufen am 22.07.2017).