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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Vor einer unter dem Vorsitz des Papstes Johannes (XIII.) und des Kaisers Otto (I.) tagenden Gerichtsversammlung verklagt der Richter Ursus aus Ferrara als Advokat des Erzbischofs Petrus (IV.) von Ravenna den Diakon Rainer (von Ravenna), Sohn des verstorbenen Grafen Teudegrim (von Pistoia) und dessen Gattin Ingelrada, wegen gewaltsamen Eindringens in Ravenna, Gefangensetzung des Erzbischofs und Beraubung der Kirchen von Ravenna und erinnert an seine früheren diesbezüglichen Klagen (n. 405 u. n. 412). Da Rainer trotz der an ihn ergangenen päpstlichen und kaiserlichen Ladungen (n. 405) nicht erschienen war, werden ihm durch die anwesenden römischen und langobardischen Richter alle Besitzungen im Königreich Italien aberkannt. Kaiser Otto investiert mittels eines vergoldeten Stabes den Erzbischof mit diesen Gütern und beauftragt den Konsul Johannes (von Ravenna) mit der Besitzeinweisung des Erzbischofs und den Pfalzgrafen Otbert (I. von Este) mit der Verhängung des Bannes, dessen Verletzung mit 2000 Goldmankusen bestraft werden soll. Über die Beschlüsse der Gerichtsversammlung wird eine Urkunde ausgestellt.

Überlieferung/Literatur

Druck: Manaresi, FSI. 96/1957, 50 ff. Reg.: JL. I p. 427; Hübner, Gerichtsurkunden 85 n. 955; Böhmer-Ottenthal n. 445; IP. V 50 n. 160 u. 93 n. 38; Boye, QuKat. 57. Lit.: Buzzi, Ravenna e Roma 165 f.; Brandi, Ravenna und Rom 14; Uhlirz, Restitution 8; Kölmel, Kaiserliche Herrschaft 267 ff.; Fasoli, II dominio territoriale 122.

Kommentar

Die Urkunde über das Placitum ist noch im Original vorhanden und trägt das Datum: A. Deo propicio pont. dom. Johannis summi pont. et univ. pp. in apostolica ss. b. Petri sede II. sicque imp. dom. piissimo perpetuo aug. Otoni a Deo coronato pacifico magno imp. a. regni pietatis eius in Italia vero VI., die XVII. men. Apr., ind. X., infra civitatem dudum Classis, infra mansionem domnicatus, hubi dom. Otone imp. residebat prope s. Severus. Diese an der Spitze nach der Invokation (vgl. dazu Santifaller, Invokation 62 ff.) stehende Datierung wird am Schlusse der Urkunde verkürzt wiederholt: Actum est sub die, men. et ind. suprascr. X. Ravenne. Das Formular ist das in der Romagna übliche; vgl. Ficker, Forschungen I 19. Ein Schreiber wird nicht genannt. Als Zeugen unterschrieben das Gerichtsprotokoll außer dem Pfalzgrafen Otbert Graf (Azzo) Adalbert (von Canossa), Graf Dato von Mailand, die Duces Sergius (III. von Ravenna) und Paulus (von Traversara), der Richter Stephan und der Konsul Petrus. Außer den bereits Genannten nahmen an der Gerichtsverhandlung teil: der Patriarch Rodoald von Aquileja, der Erzbischof Walpert von Mailand, die Bischöfe Landwart (von Minden), Otger (von Speyer), Wido von Modena, Hubert von Parma, Liudprand von Cremona und Ermenald von Reggio-Emilia, weiters eine große Anzahl von Laienfürsten, italischen Grafen und Duces, Judices, Notaren und Kanzlern, darunter Prinz Konrad (von Burgund) und Herzog Burchard (III. von Schwaben), die Königsrichter Gualpert, Gualter, Astulf, Acius und Griffo sowie aus Rom Johannes (Gambaruto) als Judex und der Nomenculator Stephan.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 416, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0967-04-17_1_0_2_5_0_441_416
(Abgerufen am 24.03.2017).