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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XIII.) gibt den Bischöfen der Bretagne (episcopis Citerioris Brittannię) bekannt, daß sich Erzbischof Harduin von Tours (Arduinus sanctę Turonensis aecclesię archiepiscopus) anläßlich einer Pilgerreise in Rom über den gewaltsamen Entzug seiner Metropolitanrechte in der Bretagne durch den bretonischen Erzbischof (von Dol), dessen Anhänger und die Normannen beschwert habe (quod iura sui archiepiscopatus ... a vestro archiepiscopo et suis decessoribus per violentiam et paganorum Normannorum contrarietatem sublata videntur); bestätigt daher die alten, durch Päpste verbrieften Rechte des Erzbistums Tours in der Bretagne, solange nicht der Streit über die Metropolitanrechte in Anwesenheit beider Erzbischöfe oder deren Gesandten in Rom entschieden sei; ermahnt bei Strafe der Exkommunikation zum Gehorsam gegenüber dem Erzbischof von Tours und bedroht besonders (den Grafen Judicael II.) Berengar (von Rennes) und dessen Sohn Conan sowie (den Grafen) Hoel (I. von Nantes) und dessen Bruder Guerech im Falle des Ungehorsams mit dem Anathem. ‒ Quia vice beati Petri ...

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: Anf. 12. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 1458 fol. 160. Erw.: Urk. Innozenz' III. v. 1199 (ed. Hageneder, Reg. II 163). Drucke: J. Cordesius, Opuscula et epistolae Hincmari Remensis archiepiscopi (Paris 1615) 776 (zu Johannes X.): Sirmond, Conc. III 596; Labbe-Cossart, Conc. IX 663; H. Morice, Mémoires pour servir de preuves à l'histoire ecclésiastique et civile de Bretagne, I (Paris 1742) 347; Mansi, Coll. XVII 258 u. XVIII 482; Bouquet, Recueil IX 238; Migne, PL. 135, 989; Zimmermann, PUU. 399 n. 202 (zu 970). Reg.: J. 2879; JL. 3756; Dipl. Dan. I/1, 130 n. 331. Lit.: F. Duine, Le schisme breton (Rennes 1915) 45; B. A. Pocquet, Les papes et les ducs de Bretagne, I (Paris 1928) 35.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Ramackers, PUU. in Frankreich V 11. Der seit der Mitte des 9. Jh. währende Streit zwischen Tours und Dol um die Metropolitanrechte in der Bretagne wurde endgültig erst durch Innozenz III. zugunsten von Tours entschieden. Wann Erzbischof Harduin in Rom war und das Papstschreiben, das irrig auch Johannes VIII. zugeschrieben wurde, erbeten hat, läßt sich nicht genau festlegen. Jedenfalls muß die Ausfertigung in die Zeit vor 970, dem Todesjahr des Grafen Judicael-Berengar von Rennes (vgl. E. Durtelle de St-Saveur, Histoire de Bretagne, I, Rennes 1957 4, 109 f.) fallen. Der damalige Erzbischof von Dol hieß Wichoen; vgl. über ihn F. Duine, La métropole de Bretagne (Paris 1916) 111, auch Duine, Le schisme 45, wo der Papstbrief in der Nachfolge von Morice auf 970 datiert wird (vgl. n. 464 a).

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 404, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0967-00-00_6_0_2_5_0_429_404
(Abgerufen am 20.01.2017).