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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Der Klerus von Verona (sanctę Veronensis ecclesię) berichtet dem Papst und der Kurie (domino sanctę Romanę sedis, quicumque est apostolico et universo senatui) in einem (von Bischof Rather von Verona verfaßten) Schreiben, daß nach der Invasion Veronas (durch Bischof Milo) die meisten Kleriker unkanonisch in ihre Ämter eingesetzt worden seien, und erbittet mit Berufung auf Konzilsbeschlüsse und Papstdekrete, welche die Ungültigkeit solcher Promotionen und Ordinationen feststellen und die Suspension solcher Kleriker fordern, eine Entscheidung, ob man nach kanonischem Recht verfahren solle, wobei mitgeteilt wird, daß sich der Bischof (Rather) ganz nach den Weisungen (Roms) halten wolle und daß eine autoritative Belehrung der Absender wegen deren Seelengefahr dringend nötig sei. ‒ Non ignotum ... Dat. kal. Aug.

Überlieferung/Literatur

Druck: Weigle, MG. Briefe I 111 ff. Reg.: Vogel, Ratherius von Verona II 206 n. 31; Cipolla, Fonti 26 n. 68 t; IP. VII/1, 222 n. 15. Lit.: Vogel, Ratherius von Verona 1315 ff. u. II 81 ff.; Saltet, Les réordinations 163 ff.; B. Schwark, Bischof Rather von Verona als Theologe (1915) 79 ff.; Pavani, Un vescovo belga 90 ff.; Schebler, Reordinationen 210 f.; Weigle, Die Briefe Rathers (DA. 1/1937, 158 f. u. 172 ff.); Weigle, Ratherius von Verona im Kampf um das Kirchengut 8 f.; Monticelli, Raterio 226 Anm. 1.

Kommentar

Der zitierte Brief spielt auf Ereignisse während der ersten Regierungszeit von Rathers Gegner Bischof Milo von Verona (950‒961) an, ist aber ganz im Interesse Rathers abgefaßt, der sich nur vorgeblich zum Sprecher des Veroneser Klerus macht. Im Feb. 965 hatte Rather die von Milo ordinierten Kleriker ihres Amtes enthoben, war aber zur Zurücknahme dieser Maßnahme gezwungen worden, für deren Durchsetzung er sich nun doch noch um die Hilfe Roms und des Papstes bemühte. Der Brief ist während der Vakanz zwischen dem Tode Leos VIII. (n. 380) und der Wahl Johannes' XIII. (n. 386) geschrieben, woraus sich das Fehlen des Papstnamens in der Adresse erklärt. Zur Datierung vgl. Vogel II 81 ff. Die zitierten Rechtssatzungen sind Bestimmungen der Konzile von Antiochien (341), Konstantinopel (381), Rom (769) und Konstantinopel (869), weiters Dekrete der Päpste Innozenz' I. und Nikolaus' I. (JK. 303 u. JE. 2819). Sie werden von Rather zum Teil nach Dionysius Exiguus zitiert. Vgl. die Belegstellen in der Edition Weigles.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 385, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0965-08-01_1_0_2_5_0_409_385
(Abgerufen am 28.06.2017).