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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes XIII. erteilt dem Herzog Richard (I.) von der Normandie die Erlaubnis, in dem von ihm wiederhergestellten Kloster Mont-Saint-Michel (D. Avranches) statt der bisher dort ansässigen Kanoniker Benediktinermönche anzusiedeln. Er ersucht ferner König Lothar von Frankreich, die Maßnahmen des Herzogs zu bestätigen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Cat. abb. Montis s. Michaelis (Migne, PL. 202, 1325); Urk. Lothars v. 966 (Halphen-Lot, Recueil 56) und Richards II. v. 1025 (Fauroux, Recueil des actes des ducs de Normandie 161). Reg.:Lit.: Gall. Christ. XI 512: Gout, Le Mont-Saint-Michel 104.

Kommentar

In der zitierten Urkunde König Lothars erscheint der Papst neben dem Herzog und dem Erzbischof Hugo von Rouen als Petitor. Außerdem wird erwähnt, daß Richard cum auctoritate domni Johannis sanctae Romanae sedis papę das Kloster Mont-Saint-Michel wiederhergestellt habe. Zur Urkunde Lothars, welche das älteste Zeugnis über die Einflußnahme des Papstes auf die Neuordnung des normannischen Klosters darstellt, vgl. auch n. 389. Ähnlich wie in diesem Diplom erwähnt die zitierte Urkunde Herzog Richards II. von der Normandie in einer etwa 1058‒1060 hinzugefügten Interpolation die Maßnahmen Richards I. als auctoritate Romani papae. Vgl. zu dieser Urkunde Lemarignier, Étude sur les privilèges d'exemption 264 ff. Im Cat. abb. wird die Erteilung der päpstlichen Erlaubnis ins Jahr 965 datiert, ein Jahr vor der Durchführung der Reform. Man muß also an eine Maßnahme aus der ersten Zeit des Pontifikates Johannes' XIII. denken, wenn die Tradition als echt beurteilt wird.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 388, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0965-00-00_2_0_2_5_0_412_388
(Abgerufen am 23.06.2018).