Regestendatenbank - 176.571 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

Sie sehen den Datensatz 377 von insgesamt 1338.

Papst Johannes (XII.) flieht neuerlich aus Rom in die Campagna.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Benedikt v. Soratte, Chr. (Zucchetti, FSI. 55/1920, 180); Chr. s. Bartholomaei (MGSS. XXXI 213). Reg.: Böhmer-Ottenthal n. 354 b. Lit.: Zimmermann, Parteiungen 59 u. 86.

Kommentar

Vgl. weiters die Nachrichten in den Ann. Besuenses (MGSS. II 249) und in den Ann. s. Benigni Divionenses (MGSS. V 41) zum Jahre 965 (Octavianus papa a Roma exiit), die sich aber vielleicht auf die erste Flucht des Papstes (n. 319) beziehen und in der Datierung von Flodoard v. Reims abhängig sind, der ebenfalls von der ersten Flucht unter dem Jahr 965 berichtet (Lauer 157). Benedikts Darstellung (Johannes papa audientes impetum et furorem regis, relicta Roma iterum Campania est ingressus), der im wesentlichen von der Chr. s. Bartholomaei übernommen wird, setzt voraus, daß damals in Rom bereits Gerüchte über Kriegsvorbereitungen Kaiser Ottos gegen die Stadt aufgetaucht waren. Tatsächlich fand der Romzug aber erst im Mai 964 statt (vgl. n. 356) und erfolgte auch nicht, wie Benedikt meint, von jenseits der Alpen (vgl. n. 345). Vgl. auch Ebendorfers Schismentraktat (Zimmermann 35). wo von einer neuerlichen Vertreibung Johannes' XII. durch den Kaiser aus Rom gesprochen wird (quem imperator denuo expellit). Von des Papstes Tod außerhalb Roms (n. 355) weiß Benedikt nichts, läßt vielmehr nach der Flucht Johannes' XII. die Wahl Benedikts V. (n. 357) erfolgen. Die von Liudprand v. Cremona erzählten Umstände des Todes Johannes' XII. (vgl. n. 354) scheinen der Nachricht von einer Flucht des Papstes eher zu widersprechen. Vgl. dazu auch Ottenthal in MIÖG. Erg.Bd. 4/1893, 69. Zur Datierung vgl. n. 354 und n. 355.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 353, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0964-04-00_1_0_2_5_0_377_353
(Abgerufen am 19.10.2017).