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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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In der Hoffnung, dadurch die Gnade des Kaisers (Ottos I.) wiederzuerlangen, entläßt Papst Johannes (XII.) den von ihm gefangengenommenen Bischof Otger von Speyer.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Cont. Reginonis 964 (Kurze, SS. rer. G. 50/1890, 174); Ann. Saxo 964 (MGSS. VI 617); Ann. Magdeburgenses 964 (MGSS. XVI 147). Reg.: Böhmer-Ottenthal n. 354 b. Lit.: Dümmler, Otto der Große 358; Zimmermann, Papstabsetzungen 92; Zimmermann, Parteiungen 53.

Kommentar

Der Bericht der Cont. Reginonis über das Schicksal Otgers (Otgerum Spirensem episcopum conprehensum et flagellatum aliquamdiu licet incommode secum detinuit, sed postea statim eum spe impetrandae ab imperatore veniae remisit) wird von den anderen zitierten Quellen wörtlich übernommen. Vgl. über die Gefangennahme Otgers n. 346. Seine Freilassung ist wohl nach das Konzil Johannes' XII. (n. 347 ff.) zu datieren. Zwar wird in den Konzilsakten Otger nicht erwähnt, doch könnte er mit der Berichterstattung an den Kaiser beauftragt gewesen sein, um diesen dadurch zur Aufgabe Leos VIII. zu veranlassen. Jedenfalls paßt seine Entlassung und deren Motivierung durch die Quellen zu der respektvollen Haltung, die das Konzil laut den Akten gegenüber Kaiser Otto einnahm. Anfang Apr. 964 wußte Otto der Große schon über die römischen Vorgänge Bescheid (vgl. Böhmer-Ottenthal n. 354 d), spätestens aber die neuerlichen Vorbereitungen des Kaisers zu einem Romzug und die Flucht Johannes' XII. aus der Stadt (n. 353) könnten die Entlassung Otgers veranlaßt haben.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 350, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0964-03-00_1_0_2_5_0_374_350
(Abgerufen am 29.05.2017).