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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Leo (VIII.) verleiht dem Kloster Reichenau (D. Konstanz) ein Privileg.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Urk. Johannes' XIX. v. 1031 X. 28 (Zimmermann, PUU. 1117 n. 592), Leos IX. v. (1048‒1054) (GP. II/1, 153 n. † 15) u. Innozenz' III. v. 1207 (Brandi, Reichenauer Urkundenfälschungen 8 n. 86). Reg.: GP. II/l, 151 n. *9.

Kommentar

Von den drei genannten Papsturkunden, in denen ein Privileg auf den Namen eines Papstes Leo als Vorurkunde erwähnt wird, sind die beiden ersten nur in deutscher Übersetzung vollständig in der Chr. des Gallus Öhem (Brandi 82 u. 91) überliefert und höchstwahrscheinlich verunechtet. Sie beinhalten freie Abtwahl und Abtweihe sowie die Exemtion vom Bistum Konstanz. In der Reihung der Vorurkunden erscheint das Privileg Leos zwischen der Nennung einer Urkunde Bonifaz' VI. (GP. II/1, 151 n. *8) und n. 689. Von den im fraglichen Zeitraum regierenden Päpsten namens Leo wird man Leo VIII. am ehesten als Urheber des Privilegs für Reichenau annehmen können, da in diesem Kloster im 12. Jh. zwei Fälschungen auf den Namen Leos VIII. für Schuttern und Einsiedeln (n. 375 u. n. 376) angefertigt wurden, denen vermutlich eine Urkunde Leos VIII. zugrunde lag. Empfänger des Privilegs wäre demnach Ekkehard I. von Reichenau (958‒972). der am 21. Feb. 965 knapp nach der Rückkehr Ottos des Großen aus Italien und noch zu Lebzeiten Leos VIII. auch ein Kaiserprivileg für sein Kloster erwarb (Böhmer-Ottenthal n. 372).

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 377, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0964-00-00_1_0_2_5_0_401_377
(Abgerufen am 28.03.2017).