Regestendatenbank - 176.571 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

Sie sehen den Datensatz 361 von insgesamt 1338.

Papst Leo (VIII.) überläßt dem Erzbischof Friedrich von Salzburg (Friderico sancte Salzburgensis ecclesie archiepscopo) und allen seinen Nachfolgern die Höfe Winhöring, Antiesenhofen und Wielenbach (Winheringa, Antesna, Wolimbach) gegen einen Jahreszins von sechzig Denaren unter der Bedingung, daß die Schenkung nichtig sei, wenn der Zins länger als neun Jahre nicht bezahlt werde, und erläßt für die drei unteilbar mit dem Erzbistum verbundenen Orte Alienationsverbot. ‒ Convenit apostolico moderamini ... Scr. pm. Stephani not. reg. et scrin. SSA. in men. Dec., ind. VII. ‒ Dat. V. id. Dec. pm. Johannis ep. et bibl. SSA. a. Deo propicio pont. dom. Leonis summi pont. et univ. pp. VII. in ss. sede b. Petri apost. I., imp. dom. nostro piissimo perpetuo aug. Ottone a Deo coronato magno imp. a. II., in men. Dec., ind. suprascr. VII., a. dom. incarn. DCCCCLXIIII.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 13. Jh., Wien HHStArch., Hs.w 194/1 fol. 14. Drucke: Pflugk-Harttung, Acta II 42; Hauthaler-Martin. Salzburger UB. II 88; Zimmermann, PUU. 296 n. 160. Reg.: Pflugk-Harttung, Beiträge 86; JL. 3700; GP. I 15 n. † 32; Santifaller, Elenco 292. Lit.: Perels, Päpstliche Patrimonien 489; Brackmann, Studien und Vorarbeiten I 103 ff.; Lerche, Privilegierung 167, 185 u. 189; Fichtenau, UrkWesen 156; Kortüm, UrkSprache 393 f.

Kommentar

Zur früheren kopialen Überlieferung vgl. GP. I 15 n. † 32. Zu den Besitzungen und ihrer Geschichte vgl. n. 196. Auf Grund der kanzleimäßigen Ausstellung und des Rechtsinhaltes sah Perels die Urkunde Leos VIII. für echt an, doch haben schon Scherer in Literarische Rundschau 1887, 268 und dann Brackmann Bedenken geäußert; vgl. auch Salzburger UB. II 89. Nach Brackmann lag, wie sich aus dem n. 334 ähnlichen Formular ergibt, eine echte Urkunde Leos VIII. vor, die durch Interpolationen verändert wurde. Als Verfälschung sind die im Vergleich zu n. 302 günstigeren Bestimmungen über die Zinszahlung zu beurteilen, obgleich ein Entgegenkommen des kaiserlichen Papstes nach der Deposition Johannes' XII. denkbar wäre, sowie weiters der Passus über die unveränderlichen Besitzrechte der Salzburger Kirche an den drei Höfen, welcher der knapp vorher stehenden Androhung des Besitzverlustes bei Nichtzahlung des Zinses widerspricht. Vermutlich erfolgte die Verfälschung nach n. 1128. In der Datierung der Urkunde ist die Ordnungszahl des Papstes und das Inkarnationsjahr (vgl. dazu auch Breßlau in AUF. 6/1918, 31 Anm. 5) falsch angegeben.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †337, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0963-12-09_1_0_2_5_0_361_F337
(Abgerufen am 18.10.2017).