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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Nach Bekanntwerden der Entlassung kaiserlicher Truppen aus Rom sendet Papst Johannes (XII.) heimlich Boten in die Stadt, welche den Römern für eine Revolte gegen Kaiser Otto (I.) und Papst Leo (VIII.) sowie für deren Ermordung Kirchenschätze versprechen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Liudprand v. Cremona, Hist. Ottonis 17 (Becker, SS. rer. G. 41/1915, 172). Reg.: Böhmer-Ottenthal n. 351 b. Lit.: Dümmler, Otto der Große 356; Graf, Widerstände 54 f.; Brezzi, Roma e l'impero 132; Lintzel, Schriften II 368 f.; Zimmermann, Papstabsetzungen 89; Zimmermann, Parteiungen 52.

Kommentar

Die Truppenentlassung stand vermutlich sowohl mit der im Dez. 963 erfolgten Eroberung von San Leo di Montefeltro und der Gefangennahme König Berengars II. als auch mit der Lösung des Bundes zwischen Johannes XII. und König Adalbert (n. 339) im Zusammenhang. Terminus ante quem ist der Ausbruch der Revolte am 3. Jan. 964 (n. 341). Daß die Römer vom Papste mit Geld bestochen wurden, meldet im Anschluß an Liudprand auch Sigebert v. Gembloux (MGSS. VI 350) zum Jahre 963 und Alberich v. Troisfontaines (MGSS. XXIII 768). Lintzel lehnt gleichwohl den Bericht Liudprands als unwahr ab, da Johannes XII. in Rom sicher über Anhänger verfügte, die auch ohne Geldversprechungen für ihn bei günstiger Gelegenheit einzutreten bereit waren. Der Hinweis auf die Verschleuderung von Kirchengut sollte Johannes XII. ins Unrecht setzen. Cumque hoc (Truppenentlassung) Johannes ... cognosceret, non ignorans, quam facile Romanorum mentes pecunia posset corrumpere, dam Romam mittit nuntios, beati Petri omniumque ecclesiarum pecuniam repromittens, si super pium imperatorem et domnum Leonem papam irruerent eosque impiissime trucidarent.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 340, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0963-00-00_1_0_2_5_0_364_340
(Abgerufen am 12.12.2017).