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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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König Otto (I.) läßt dem Papst Johannes XII. durch seine (nach Rom entsandten) Getreuen eidlich versichern, daß er nach seinem Eintreffen in Rom die römische Kirche und den Papst nach Kräften fördern und niemals eine Schädigung des Papstes an Leben, Leib und Ehre zulassen wolle, in Rom ohne päpstlichen Konsens in päpstlichen oder römischen Angelegenheiten (quae pape et Romanis pertinent) nicht Gericht halten oder Anordnungen treffen werde sowie endlich das Patrimonium Petri (quicquid de terra sancti Petri ad eius potestatem venit vel veniet) nach Inbesitznahme restituieren und seinen etwaigen Vertreter in Italien (cuicumque autem regnum Italicum committet) zu einem dem Papste zu leistenden Eid bezüglich des Schutzes des Papstes und der päpstlichen Territorien veranlassen wolle.

Überlieferung/Literatur

Druck: MG. Const. I 23 (= Mirbt-Aland, Quellen 268). Reg.: Böhmer-Ottenthal n. 309 a; GP. IV/4, 370 n. *47. Lit.: Dümmler, Otto der Große 328; E. Eichmann, Die römischen Eide der deutschen Könige (ZRG. KA. 6/1916, 168 f.); Eichmann, Kaiserkrönung I 130 f.; Brezzi, Roma e l'impero 129; M. David, Le serment du sacre du IXe au XVe siècle (Straßburg 1951) 133 f.; Holtzmann, Kaiserzeit 197 f.; Fuhrmann, Konstantinische Schenkung 124 f.; Drabek, Verträge 64 ff.

Kommentar

Zur Überlieferung des Eides (Juramentum, quod facere fecit suos fideles Otto augustus antequam Romam adiret) vgl. MG. Const. I 20 ff. und Fuhrmann 124 f. Anm. 171. Mit Fuhrmann ist zu unterscheiden zwischen dem Eid, den Otto durch seine Gesandten vor dem Einzug in Rom leisten ließ und der bei Deusdedit unter dem Titel Juramentum futuri imperatoris überliefert ist, und dem auch bei Anselm v. Lucca, Bonizo v. Sutri und vor allem von einer Bamberger Handschrift aus der Zeit um 1000 (vgl. Fuhrmann 145 ff.) tradierten Versprechen Ottos, diesen Eid leisten zu lassen. Letzteres (MG. Const. I 21) ist inhaltlich gleichlautend, wurde aber vielleicht schon bei der Berufung Ottos nach Rom (n. 283) gegeben (Tibi domno Johanni papae ego rex Otto promittere et iurare facio), obwohl die Betitelung in der Überlieferung auf die Zeit knapp vor der Kaiserkrönung deutet. Die Formulierung des Anselm wurde von Gratian (D. 63 c. 33) übernommen; vgl. dazu auch H. Günter, Die römischen Krönungseide der deutschen Kaiser (1915) 7. Seit dem 13. Jh. wurde der Eid Ottos von den Kanonisten als Fidelitätseid gewertet; vgl. Eichmann, Kaiserkrönung II 184. Als Schwurmann Ottos (Domno Johanni pape XII. rex Otto per nos promittit et iurat) fungierte wohl vor allem Abt Hatto von Fulda, dessen Entsendung nach Rom die Cont. Reginonis 961 (Kurze, SS. rer. G. 50/1890, 171) berichtet und der durch n. 288 am 10. Dez. 961 in Rom bezeugt ist, woraus sich die Datierung für die Eidesleistung ergibt. Vgl. dazu auch Wehlt, Reichsabtei und König 277 f.; Hussong, Reichsabtei Fulda II 261 ff. Eine erste Erwähnung dieser Eidesleistung findet sich bei Liudprand v. Cremona (Becker, SS. rer. G. 41/1915, 163) in Zusammenhang von n. 316; vgl. dazu auch Zimmermann, Studien 151 f. Zum Passus über das Gerichtswesen in Rom vgl. auch Hirschfeld, Gerichtswesen 441.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 287, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0961-12-00_1_0_2_5_0_310_287
(Abgerufen am 28.03.2017).