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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Bischof (Johannes II.) von Córdoba sendet Boten mit einem ehrerbietigen Schreiben zu Papst Johannes (XII.) und erbittet dessen Rat bezüglich verschiedener (kirchlicher) Probleme (de Hispania temporibus Johannis papae, filii Alberici ... Julianus Cordubensis archiepiscopus de multis et de difficilioribus causis epistolam cum legatis mittens, consilium petens).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Leo v. Aventin, Epist. (MGSS. III 689; Olleris, (Œuvres 242). Reg.:Lit.: Zimmermann, Leo an Hugo 335 f.; Fichtenau, Beiträge zur Mediaevistik II 101.

Kommentar

Dem Schreiber des zitierten Briefes, dem Papstlegaten Leo zur Zeit Johannes' XV. (vgl. n. 696), dient die Erwähnung der spanischen Gesandtschaft als Beweis dafür, daß auch der in üblem Ansehen stehende Papst Johannes XII. in der ganzen Christenheit als Autorität anerkannt war. Er möchte damit ebenso wie durch Hinweise auf Gesandtschaften aus dem Orient (n. 702) und aus Karthago (n. 602) französische Angriffe auf das Papsttum entkräften. In seinem 993 verfaßten (vgl. Böhmer-Uhlirz n. 1049 a) Brief begegnen aber manche Irrtümer, die sich wohl aus der Entfernung des Briefschreibers von Rom und aus dem zeitlichen Abstand von den Ereignissen erklären. So hieß der zur Zeit Johannes' XII. in Córdoba residierende Bischof nicht Julian, sondern Johannes, wie man auch aus der Vita Johannis Gorziensis des Johannes v. Metz (MGSS. IV 372) weiß, der damals als Gesandter Ottos des Großen am Kalifenhof mit Bischof Johannes über die bedrängte Lage der spanischen Kirche diskutierte. Bischof Johannes war 957 von Cartagena nach Córdoba versetzt worden (vgl. Simonet, Hist. de los mozárabes 605) und führte nur als Bischof der Residenz einen besonderen Titel, den Leo irrig mit archiepiscopus wiedergibt. Vgl. dazu die Eintragung in einer von Johannes 988 der Kirche von Sevilla geschenkten Bibelhandschrift in der Madrider Nationalbibliothek bei A. Millares, Contribución al corpus de códices visigóticos, I (Madrid 1931) 100, wo Johannes als magne regieque sedis presul bezeichnet wird. Seine Gesandtschaft nach Rom könnte durch das Gespräch mit Johannes von Gorze veranlaßt worden sein und ähnliche Probleme zum Gegenstand gehabt haben. Sie ist jedenfalls erst nach 957 zu datieren. Über einen Erfolg und die Beantwortung der Anfragen weiß man nichts. Einen Besuch des spanischen Juden Ibrāhīm ibn Ja'qub bei Papst Johannes XII. 961 hat A. A. el-Hajji, in Riv. stor. ital. 79/1967, 170 aus einem neu gefundenen Fragment vom Reisebericht des Juden (vgl. auch Wattenbach-Holtzmann-Schmale III *14) erschlossen, doch ist mit H. G. Walther in Misc. mediaevalia 17/1985, 38 f. der hier genannte malik ar-Rum doch eher mit Kaiser Otto d. Gr. zu identifizieren und die Begegnung in Rom (Rumiya) auf Anf. Feb. 962 zu datieren. Daß an ihr der Papst teilgenommen hat, verschweigt die Quelle.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 273, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0957-00-00_1_0_2_5_0_296_273
(Abgerufen am 26.09.2018).