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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XII.) berichtet dem Patriarchen Rodoald von Aquileja (Rodoaldo patriarce Aquilegiensi) über den Besuch des Kaisers Otto (I.) und über dessen Bitte bezüglich der Weihe der vom Kaiser gestifteten Kirche in Poreč (Parentinam ecclesiam ... beate Marie virginis ... et beati Mauri martiris) (in Istrien) (n. 266). Auf Grund dieser Bitten erteilte der Papst dem Patriarchen den Auftrag, mit seinen Erzbischöfen und Bischöfen nach Poreč zu reisen und die Kirchweihe vorzunehmen. Er verleiht den bußfertigen Teilnehmern am Weiheakt oder dessen Jahresfesten völligen Ablaß. ‒ Accedens ad praesentiam nostram ... Dat. Rome XII. kal. Apr. pont. nostri a. I.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1) 15. Jh., Poreč Biskupski Arch.: Jurium episcopalium liber I fol. 12. 2) 1655, Rom. Bibl. Vat.: Cod. Barb. lat. 2072 fol. 56r. 3) 1681, Venedig Arch. di stato: Cod. Misc. II div. 40 fol. 180. 4) 18. Jh., Udine Arch. cap.: Bini. Documenta hist. III n. 31. Drucke: Ughelli, Italia2 V 399; Tommasini in Archeografo Triestino 4/1837, 380; Kandler, Cod. dipl. 956‒961; Negri, Della chiesa di Parenzo 191; Zimmermann, PUU. 255 n. † 140. Reg.: Cipolla, Fonti 115 n. 101; JL. † 3677; IP. VII/2, 233 n. † 1. Lit.: G. Negri, Della chiesa di Parenzo (Atti e memorie della soc. istriana di archeologia e storia patria 8/1892, 198 ff.); Paschini, Le vicende politiche 405.

Kommentar

Zur weiteren Überlieferung vgl. IP. VII/2, 233 n. † 1. Den päpstlichen Auftrag erwähnt auch ein in den zitierten Handschriften überliefertes Privileg des Patriarchen Rodoald (Atti e memorie 8/1892, 192), an dessen Ende das Mandat des Papstes wörtlich bekanntgemacht wurde. Die Kopisten begnügten sich mit der Wiedergabe des Initiums. Zur Kritik der angeblichen Kirchengründung Ottos I. in Poreč vgl. n. 266. Die Patriarchenurkunde berichtet über die Kirchweihe und verleiht den Kirchenbesuchern an den Weihetagen einen Ablaß von einem Jahr und vierzig Tagen. Laut dieser Urkunde soll die Weihe mit Assistenz der Bischöfe Gaspald von Pula, Johannes von Triest, Fredebert von Mitterburg, Johannes von Novigrad, Alberich von Concordia. Hergen von Brescia, Albert von Feltre, Girald von Vicenza, Martin von Treviso, Milo von Verona, Zeno von Padua und Adam von Poreč durchgeführt worden sein. Von diesen Bischöfen sind aber einige durch keine andere Quelle sicher bezeugt, und selbst Rodoald wurde erst 963 Patriarch von Aquileja (vgl. n. 338). Eine Umdatierung des Papstmandates und der Weiheurkunde in den Pontifikat Johannes' XIII. und ins Jahr 967, wie sie Negri und Paschini in der Nachfolge von J. F. B. M. de Rubeis, Mon. eccl. Aquilejensis (Straßburg 1740) 469 vorschlugen, scheitert an der Tatsache, daß sowohl in der Patriarchen Urkunde als auch im „Miraculum Mariae” (vgl. n. 266) ausdrücklich dem handelnden Papst die Ordnungszahl XII. gegeben wird. Auch aus inhaltlichen Gründen muß sowohl das Papstmandat als auch die Patriarchenurkunde als Falsifikat bezeichnet werden. Ein fast gleichlautendes Mandat Johannes' XII. für den Patriarchen von Grado (n. 268) ist ebenfalls eine Fälschung.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †267, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0956-03-21_1_0_2_5_0_290_F267
(Abgerufen am 24.01.2017).