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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XII.) sendet einen Boten zur Äbtissin Pretiosa von San Ciriaco an der Via lata (in Rom), doch lehnt diese das päpstliche Mandat als vom Teufel eingegeben ab und läßt dem Papst durch seinen Boten eine entsprechende Antwort zukommen. Der Papst haßt seither die Äbtissin und trachtet, ihrem Kloster zu schaden (grave in corde telum accepit, ita ut odii fomitem circa eamdem Dei famulam ministraret et coepit quotidie aestuare, qualiter illi suoque monasterio grave potuisset damnum inferre).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Translatio s. Cyriaci (AASS. Aug. II 338). Reg.:

Kommentar

Der handelnde Papst wird in der zitierten Quelle als Alberici excellentissimi consulis filius bezeichnet, erhält aber fälschlich die Ordnungszahl XV. Welchen Inhalt sein Mandat oder Ansinnen hatte, läßt sich aus der Translatio nicht entnehmen, doch scheint dem Autor der üble Ruf des Papstes bekannt gewesen zu sein; jedenfalls habe dieser dadurch factoris sui ... foedus gebrochen und sich selbst Schaden zugefügt (sui cordis ruinam immisit). Die Quelle berichtet im nächsten Absatz über die Kaiserkrönung Ottos des Großen und dann über die damals veranstaltete Synode, die den Papst zu einem besseren Lebenswandel aufgefordert haben soll (n. 298). Seine Rache an der Äbtissin brachte der Papst dadurch zur Ausführung, daß er den Kaiser zur Wegführung der Cyriakreliquien aus dem Kloster veranlaßte (n. 297). Über das Kloster vgl. Ferrari, Rom. Monasteries 112 ff. und über die Gründung n. 198. Die Äbtissin Pretiosa regierte bis 971. Das angebliche Mandat des Papstes soll laut der Quelle in der Zeit zwischen der Gründung des Klosters und der Kaiserkrönung Ottos ergangen sein und wird durch Wendungen wie modico igitur interposito tempore in die Nähe beider Ereignisse gerückt. Über die zweifelhafte Echtheit der Translatio vgl. n. 198.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †260, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0956-00-00_1_0_2_5_0_283_F260
(Abgerufen am 28.07.2017).