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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Kriegerische Auseinandersetzungen des Papstes Agapit II. mit den (italischen) Königen Berengar (II.) und Adalbert, in die zuerst versöhnend der deutsche König Otto (I.) eingreift und dann der Papst die Hilfe des Fürsten Gisulf (I.) von Salerno aufbietet.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Platina, Liber de vita 132 (SS. rer. Ital. III/2, 168); Benvenuto di San Georgio, Hist. (Muratori, SS. XXIII 327); Bojardo, Chr. (Muratori, SS. IX 316). Reg.: ‒.

Kommentar

Von einem Konflikt zwischen Berengar und dem Papst ist für damals nichts bekannt. Laut Platina soll Otto I. während seines ersten Italienzuges einen Frieden vermittelt haben. Auf Grund der Epitome decadum Blondi des Äneas Silvius Piccolomini wird berichtet, daß Otto nach seiner Hochzeit mit Adelheid (vgl. n. 232 und dazu Böhmer-Ottenthal n. 201 a) die Regierung in Italien Berengar und Adalbert überlassen habe und compositis inter pontificem et Berengarium rebus nach Deutschland zurückgekehrt ist. In Wirklichkeit unterwarf sich Berengar erst nach dem Abzug Ottos; vgl. Böhmer-Ottenthal n. 206 a, 211 a und 217 a. Benvenuto gestaltet den Bericht ebenso unhistorisch weiter aus: Berengario vedendo questo (Hochzeit Ottos) si compose col pontefice e domandò perdono insieme con Alberto e cosi furono ammessi al governo di Lombardia, Romagna, Acquilegia e Verona, worauf Otto nach Deutschland abzieht. Laut Bojardo muß angenommen werden, daß der Friede nicht lange dauerte. Er ordnet das Hilfsgesuch Agapits n. an Gisulf in die Zeit nach dem Italienzug Ottos ein, als angeblich Berengar Ancona belagerte. Dabei erscheint Gisulf als Normanne, der seine Landsleute in Ancona befreien sollte: ... mandò Gisulfo di nazione Normanno principe di Salerno all'ajuto degli altri Normanni, i quali dentro alla città d'Ancona erano da Berengario assediati. Es handelt sich um reine Konstruktionen der spätmittelalterlichen Autoren, deren Grundlage wohl die Kenntnis der Auseinandersetzungen Johannes' XII. mit Berengar (vgl. n. 283) bilden. Über Gisulf vgl. Taviani-Carozzi, Salerne 76 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †233, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0951-00-00_2_0_2_5_0_252_F233
(Abgerufen am 24.01.2017).