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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Agapit (II.) bestätigt dem Abt Hildebrand von Fulda (Hiltebrando religioso abbati venerabilis monasterii salvatoris domini nostri Jesu Christi ... in loco, qui vocatur Boconia, iuxta ripam fluminis Fuldę) für sein Kloster die Exemtion mit Ausnahme des dem Diözesanbischof zustehenden Rechtes der Altarkonsekration, das Verbot der Feier des Hochamtes ohne Erlaubnis des Abtes sowie die nur für klösterliche Bedürfnisse zu verwendenden Besitzungen, deren Verlehnung verboten wird (nichil ex his ...in beneficium concedas vel prestes). ‒ Quoniam concedenda sunt ... Dat. kal. Od., ind. IX. pm. Leonis canc.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: Mitte 12. Jh., Marburg StArch.: Hs.Abt. K 425 fol. 42. Drucke: Harttung, Dipl. hist. Forschungen 390; Zimmermann, PUU. 214 n. 122; Meyer zu Ermgassen, Codex Eberhardi I 71. Reg.: JL. † 3650; Santifaller, LD. 313; Santifaller, Elenco 287; GP. IV/4, 369 n. † 42. Lit.: Roller, Eberhard von Fulda 36 ff.; Goetting, Exemtion 121; Rathsack, Fälschungen 516 f.

Kommentar

Die am Anfang der Urkunde stehende Invokation (vgl. Santifaller, Invokation 76) sowie die falsche Zuordnung in die Regierungszeit des Abtes Hildebrand (923‒927) weisen auf eine Fälschung hin. Laut Harttung 392 ist das Privileg ein fehlerhaftes Duplikat der Urkunde Papst Leos VII. (n. 127), wofür auch die Einreihung im zitierten Codex Eberhardi vor dem Privileg Marinus II. (n. 171) spricht. Die angegebene Indiktion paßt auch zum Jahre 936, und unter Leo VII. ist freilich ein nicht den Kanzlertitel führender Skriniar Leo bezeugt. Aus der Urkunde Leos VII. wurde der Passus über die bischöfliche Altarkonsekration übernommen, während davon in den Privilegien Marinus' II. und Agapits II (n. 171 u. 214) nichts mehr verlautet. Als Zweck der Fälschung kann das Verbot der Verlehnung von Klosterbesitzungen angesehen werden. Die Zuschreibung an Abt Hildebrand erfolgte laut Roller 37 wohl nur, weil dieser Abt ansonsten kein Papstprivileg erhalten hätte. Als Fällcher vermutet Stengel, Abh. z. hess. Gesch. 233 f. u. 255 gegen Roller Otloh von St. Emmeram; vgl. ebenso Rathsack.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †227, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0950-10-01_1_0_2_5_0_246_F227
(Abgerufen am 26.05.2017).