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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Benedikt (VI.) bestätigt auf Bitten König Ottos (I.) dessen Urkunde zugunsten des Klosters Gembloux (D. Lüttich) und bedroht Rechtsverletzung mit dem Anathem.

Überlieferung/Literatur

Druck: MG. DO. I n. 438. Reg.: Böhmer-Ottenthal n. 153.

Kommentar

Wie sich auch aus der anachronistischen Nennung eines Papstes namens Benedikt im Jahre 947 ergibt, ist das erst aus neuzeitlichen Handschriften bekannte Diplom Ottos des Großen für Gembloux eine plumpe Fälschung. Die angeblichen päpstlichen Maßnahmen werden nur in der Datierung der Urkunde erwähnt: ... sub pont. dom. Benedicti pp., qui rogatus a nobis huic nostre auctoritati suam quoque auctoritatem superaddidit interdicens sub indissolubili anathematis vinculo, ne umquam huius constitutionis carta violetur vel infringatur ab aliquo ... Der Fälscher dürfte den Papstnamen aus der Urkunde Benedikts VII. für Gembloux aus dem Jahre 983 (n. 610) gekannt haben, die wie das falsche Diplom Ottos dem Abte Erluin I. von Gembloux gewährt wurde. Ansonsten käme nur Papst Benedikt VI. in Frage, der tatsächlich, wie die Fälschung behauptet, im zwölften Kaiserjahr Ottos des Großen (a. imp. nostri XII.) regiert hat, doch fällt der 29. Juni 973, wozu auch das angegebene zweite Indiktionsjahr stimmen würde, schon in die Zeit nach dem Tode des Kaisers.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †211, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0947-06-29_1_0_2_5_0_225_F211
(Abgerufen am 16.12.2017).