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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Agapit II. erinnert die von ihm zu Bischöfen (von Trivento und Termoli) geweihten (n. 200) Presbyter Leo und Benedikt (Leoni presbytero et monacho et Benedicto eque presbytero inrationabiliter a nobis consecratis episcopis) an ihre auf Grund von Klagen des Bischofs Johannes von Benevent erfolgte Vorladung zur Rechtfertigung nach Rom (n. 201), erklärt ihre Bischofswahl als illegitim und simonistisch, ihre Weihe aber als erschlichen, exkommuniziert beide auch wegen ihres Nichterscheinens in Rom und untersagt ihnen die weitere Ausübung bischöflicher Funktionen (ut neque in eisdem plevibus, hoc est Triuentina et Termulana ecclesia, episcopalem cathedram presumatis); erneuert die Rechte des Bischofs Johannes von Benevent und dessen Nachfolgern auf ihre Kirchen; verbietet dem Klerus und Volk von Trivento und Termoli bei Strafe des Anathems, Leo und Benedikt in diesen Orten als Bischöfe aufzunehmen, und bedroht Verletzung der Beneventaner Rechte mit dem Anathem. ‒ Missimus iam vobis litteras ... Dat. pm. Stephani primicerii SAS. a. Deo propitio pont. dom. Agapiti II. pp. in ss. sede b. Petri apost. I., ind. V.

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1694, Benevent Arch.-bibl. cap.: Cod. 27 p. 24. Drucke: Ughelli, Italia 1VIII 76, 2VIII 51; Mansi, Coll. XVIII 412; Migne, PL. 133, 894; Zimmermann, PUU. 195 n. 111. Reg.: J. 2787; JL. 3636; Santifaller, LD. 312; Santifaller, Elenco 286; IP. IX 54 n. 12, 188 n. 3, 189 n. 1, 195 n. 3, 196 n. 1. Lit.: Gay, L'Italie 355; Klewitz, Bistumsorganisation 7: Kölmel, Kirchenstaat 50: C. G. Mor, La lotta fra la chiesa greca e la chiesa latina in Puglia nel secolo X (Arch. stor. pugliese IV 3‒4/1951, 58); Kortüm, UrkSprache 236 ff.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. IP. IX 54 n. 12. Der seinerzeit im Kapitelarchiv von Benevent verwahrte Rotulus von 1464 mit Kopien der älteren Beneventaner Papsturkunden ist verloren. Die zitierte Abschrift von 1694 in dem von Kasimir Graiewsky hergestellten Bullarium der Beneventaner Kirche beruht aber auf dem Rotulus. Hier wird die Urkunde auf März 947 datiert, wozu Pontifikatsjahr und Indiktion stimmen. Die Weihe der beiden Presbyter und die Klage des Bischofs Johannes müssen daher in die Zeit vom Beginn des Pontifikates Agapits II. im Mai 946 bis März 947 datiert werden. Die einzige Quelle über diese mit dem Gegensatz zwischen Griechen und Lateinern in Süditalien zusammenhängenden Ereignisse ist das Mandat des Papstes. Kortüm identifiziert n. 176 als Vorlage und macht auf Empfängereinflüsse im Diktat in den Schlußpartien aufmerksam.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 210, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0947-03-00_1_0_2_5_0_224_210
(Abgerufen am 20.10.2017).