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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst (Agapit II.) ermahnt Herzog Hugo von Franzien, von der Feindschaft gegen König Ludwig (IV.) von Frankreich abzustehen. Er bedroht alle Bedränger des Königs mit dem Anathem. In einem an die Königstreuen gerichteten Schreiben bedauert er die politische Lage Frankreichs und rät, sich vom König nicht abtrünnig machen zu lassen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Richer v. Reims, Hist. II 74 f. (Latouche I 252 ff.). Reg.: J. *2789 u. *2790; JL. *3638 u. *3639. Lit.: Mann, Lives IV 233 f.; Zimmermann, Studien 132 f.

Kommentar

Die einzige Quelle über diese Interventionen des Papstes zugunsten Ludwigs IV. ist Richers zitiertes Geschichtswerk. Auf der im Juni 948 tagenden Synode von Ingelheim (MG. Conc. VI 135 ff.) soll demnach Erzbischof Robert von Trier vorgeschlagen haben, Herzog Hugo von Franzien nochmals zum Frieden zu mahnen und ihn dann zu exkommunizieren, falls er sich den Mahnungen des Konzils verschließe, was um so leichter möglich sei, quod iam a domno papa correctus sit iussusque a domini sui insectatione quiescere. Der päpstliche Legat, Bischof Marinus von Bomarzo (vgl. n. 218), schloß sich der Meinung Roberts an und erinnerte an die vor einem Jahr in dieser Angelegenheit nach Frankreich gerichteten päpstlichen Mandate: ... domnum papam ante hunc annum anathema in reos misisse, qui hunc dominum et regem Francorum insectabuntur, epistolam quoque suasoriam, ut ab eo non deficiant, bonis quibuslibet delegatam atque conquestionem de eadem re litteris expressam ... Gemäß der angedeuteten Datierung kann es sich nur um Schreiben Agapits II. handeln, die noch vor Aug. 947 abgeschickt worden sein müßten, da damals durch Vermittlung Ottos des Großen ein Waffenstillstand zwischen König Ludwig und Herzog Hugo zustande kam (vgl. Böhmer-Ottenthal n. 154 a). Die Synode von Ingelheim fällte tatsächlich das von Erzbischof Robert vorgeschlagene Urteil über Herzog Hugo (MG. Conc. VI 159 f.). Die in Richers Werk aufgezeichneten, angeblich während der Ingelheimer Synode gehaltenen Reden sind allerdings des Autors eigene Komposition (vgl. Lauer, Le règne de Louis 173 Anm. 2), so daß man zweifeln könnte, ob der Papst tatsächlich in der beschriebenen Art für König Ludwig eingetreten war und ob nicht etwa zum Teil eine Verwechslung mit den Maßnahmen Stephans VIII. vom Jahre 942 (n. 161 u. n. 162) vorliegt.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 209, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0947-00-00_4_0_2_5_0_223_209
(Abgerufen am 18.10.2017).