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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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König Frothe (von Jütland) sendet zu Papst Agapit (II.) und erbittet Missionare für Dänemark. Daraufhin wird durch Erzbischof Adaldag von Hamburg-Bremen Hored in Schleswig, Liafdag in Ripen und Reginbrand in Århus zum Bischof bestellt, was der Papst urkundlich bestätigt.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Saxo Grammaticus, Gesta Danorum IX 8 (Olrik-Raeder 1265); Ann. Nestvedienses 927 u. 962 (Jørgensen, Ann. 71); Hist. Olavi Tryggonis filii maxima (MGSS. XXIX 386); Fragm. Islandicum (Langebek, SS. rer. Dan. II 29); Thomas Gheysmar, Compendium (Langebek, SS. rer. Dan. II 345); Olav Petri, Chr. regum Danorum (Langebek, SS. rer. Dan. I 115 f.); Olav Petri. Ann. regum Danicarum 927 (Langebek, SS. rer. Dan. I 173). Reg.: Böhmer-Ottenthal n. 166 a. Lit.: Jørgensen, Den nordiske kirkes grundlaeggelse I 201 ff.; W. Biereye, Die Entstehung der drei jütländischen Bistümer (Beiträge zur Geschichte Nordalbingiens im 10. Jahrhundert, 1909, 31 ff.); Mann, Lives IV 238; Seegrün, Papsttum und Skandinavien 47 u. 205 ff.

Kommentar

Die Sendung Frothes nach Rom ist Sage, wie schon F. C. Dahlmann, Geschichte von Dänemark I (1840) 78 Anm. 2 vermutet und Jørgensen I 201 ff. bewiesen hat. Selbst die Existenz eines dänischen Königs Frothe ist zweifelhaft. Er soll angeblich 904 zur Regierung gelangt sein und das Eintreffen der christlichen Missionare in Jütland nicht mehr erlebt haben. Demnach könnte es sich nur um einen jütischen Unterkönig und Vasallen der Dänenkönige Gorm und Harald II. Blauzahn handeln, und er müßte schon 947 gestorben sein. In der ältesten Quelle wird an der zitierten Stelle nur die angebliche Legation nach Rom erwähnt (Frothe ... ab Agapito ... Daniam divinitus erudiri petivit). welche die Ann. Nestvedienses im Hinblick auf die Regierungszeit des Papstes um zwanzig Jahre zu früh datieren (Frothe rex misit ad Agapitum papam, ut episcopos mitteret in Daniam), während sie die Weihe der drei Bischöfe irrig erst zum Jahre 962 notieren. Erst die aus der Mitte des 13. Jh. stammende Hist. Olavi bringt die Gesandtschaft mit der Gründung der drei Bistümer in kausalen Zusammenhang. Letzteres scheint abgesehen von der allerdings erst später erfolgten Bekehrung König Haralds der echte Kern der Tradition zu sein. Die älteste Erwähnung der drei Bischöfe und ihrer Diözesen findet sich in den Akten der Synode von Ingelheim im Juni 948, wo die genannten Bischöfe neben Adaldag als Teilnehmer erscheinen (vgl. Hehl in MG. Conc. VI 158; auch May. Reg. 30 n. 107 u. GR VI 47 n. *49). Ob vor ihrer Bestellung ein Einvernehmen mit dem Papste hergestellt wurde, bleibt fraglich. May, Reg. 29 n. 105 datiert sie in den Sommer 947. Mit der erst von Olaf Petri erwähnten päpstlichen Bestätigungsurkunde könnte n. 215 gemeint sein, wo allerdings von den drei Bistümern noch keine Rede ist. Zur Gründung der jütischen Bistümer vgl. Biereye 41 ff., Glaeske, Erzbischöfe von Hamburg-Bremen 14 ff., Seegrün 43 ff., Fuhrmann in Ingelheim am Rhein (1964) 163 f. und Fuhrmann in Studia Gratiana 11/1967, 393. Daß Agapit II. auch das wohl erst nach 968 gegründete Bistum Oldenburg bestätigt haben soll, ist bloße Vermutung von Koppmann in Zs. d. Ver. f. hamburgische Gesch. 5/1866, 534, der aber noch JL. *3667 folgt. Vgl. auch W. Biereye, Das Entstehungsjahr des Bistums Oldenburg (Zs. d. Ver. f. hamburgische Gesch. 19/1917, 37‒50), Beumann, Aufsätze 190 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †207, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0947-00-00_2_0_2_5_0_221_F207
(Abgerufen am 18.02.2018).