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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Marinus (II.) bestätigt dem Erzbischof Petrus (IV.) von Ravenna, daß die in verschiedenen Orten, besonders in Corlo und Tamara (Curolo et Tammara) (bei Ferrara), siedelnden Arimannen seiner Jurisdiktion unterstehen und ihm dienstpflichtig seien. Weiters wird das Bistum Cervia (episcopatum sancte Ficoclensis ecclesie) als Suffragandiözese Ravennas bestätigt.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 220 u. Placitum v. 970 (Manaresi, FSI. 96/1957, 98). Reg.: J. *2781; JL. *3629; IP V 50 n. *155. Lit.: Tabacco. I liberi 145 f.; G. Rabotti in: Storia di Ravenna III (1993) 135.

Kommentar

Bei dem in den beiden zitierten Quellen erwähnten und heute verlorenen Privileg Marinus' II., das auch noch in einem Diplom Clemens' (III.) von 1086 (IP. V 56 n. 187) als Vorurkunde erscheint, handelt es sich wohl um eine allgemeine Besitzbestätigung für das Erzbistum Ravenna, falls nicht gar zwei verschiedene Urkunden des Papstes erschlossen werden müssen. In der Bestätigung der Zugehörigkeit Cervias zu Ravenna durch Papst Agapit II. (n. 220) wird das Marinusprivileg als Vorurkunde erwähnt. Beim Placitum von 970 behauptet Erzbischof Petrus, päpstliche Diplome de ipsis hominibus, qui ... ad Curolo et Tammara, et de omnibus aliis meis colonis et residentibus habitatoribus in rebus ... iuris sancte nostre Ravennatis ecclesie zu besitzen, und nennt als erstes die Urkunde des Marinus. Weitere von Petrus damals vorgelegte Papstprivilegien waren n. 220, n. 256, n. 335 und n. 417. Mit ihnen sollte bewiesen werden, daß die Arimannen der genannten Orte nicht dem Grafen von Ferrara unterstehen. Der zugunsten des Erzbischofs entschiedene Streit ging außerdem auch um die von Petrus nicht ausdrücklich erwähnten Arimannensiedlungen in Consandolo, Ficarolo und Trento. Vgl. über diese auch Schneider, Entstehung 160 ff. sowie über die Bestätigung dieser Besitzungen durch die Päpste Vasina in Felix Ravenna III 25/1958, 39 ff. Die Datierung des verlorenen Papstprivilegs läßt sich nur durch den Pontifikat Marinus' II. begrenzen.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 166, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0942-00-00_1_0_2_5_0_177_166
(Abgerufen am 26.05.2017).