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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Abt A(lberich) von Saint-Bénigne-de-Dijon (H. humilis abbas potestatis s. Benigni) (D. Langres) schreibt dem Papst Johannes (XI.) und bittet ihn, den Kanonikern von Dijon nicht zu gestatten, das klösterliche Zimiterium ins Kastell zu verlegen (coemeterium nostrum ad se transferant in castellum ... rogamus ... ne concedatis). ‒ Ein zweites Schreiben des Abtes geht an den römischen Fürsten (Alberich) (unico Romanorum duci) und erbittet Intervention beim Papst (apud dominum papam ... prohibeatis).

Überlieferung/Literatur

Druck: Mabillon, Ann. IV App. 668 f. Lit.: O. Bertolini, Su l'Eiquocus o Equivocus sacri palatii vestararius, primus senator, unicus Romanorum dux, destinatario di una lettera di un abate di S. Benigno di Digione (Arch. stor. Rom. 62/1939, 369‒375).

Kommentar

Die beiden Briefe sind kopial aus dem 12. Jh. im Chartular von St-Bénigne (= Ms. 591 der Bibl. mun. Dijon fol. 62) überliefert und wurden bisher wegen des nur mit H. wiedergegebenen Abtnamens dem Dijoner Abt und späteren Eb. von Lyon Halinard zugeschrieben und in die Zeit Papst Johannes XIX. datiert. Bertolini hält das H. für eine Verschreibung und identifiziert den Schreiber mit dem ca. 928‒938 regierenden Abt Alberich, weil dieser in seinem zweiten Brief den Empfänger, den römischen Dux, als gleichnamig anspricht (Eiquoco suus nomine tenus abbas), was zu Alberich II. paßt, nicht aber für einen Brief Halinards an den Tuskulanergrafen Alberich III. Somit muß in die Zeit nach der Proklamation Alberichs II. zum römischen Fürsten Ende 932 und in den Pontifikat seines Bruders Johannes (XI.) datiert werden. Von dessen mißlicher Lage (vgl. n. 113) scheint man in Dijon nichts gewußt zu haben. Über den Streit der Abtei mit den Kanonikern (vicinos nostros canonicos) weiß man sonst nichts, ebensowenig über römische Gegenaktionen.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 114a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0933-00-00_2_0_2_5_0_121_114a
(Abgerufen am 03.12.2016).