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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XI.) erteilt auf Bitten des Erzbischofs Theodol von Tours dem Kloster Saint-Julien in Tours ein Privileg und bedroht Verletzer der Klosterimmunität mit der Exkommunikation.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Urk. Theodols v. 943 VIII. (Ch. de Grandmaison, Fragments de chartes du Xe siècle provenant de St-Julien de Tours, BÉCh. 46/1885, 407) u. Ludwigs IV. v. Frankreich v. 945 II. 11 (Prou-Lauer, Recueil 63). Reg.:

Kommentar

Die Petitio des Theodol beim Papste wird in der zitierten erzbischöflichen Urkunde erwähnt (... et apostolicum etiam privilegium impetravimus), die daraufhin ausgestellte Papsturkunde im königlichen Privileg (... unde excommunicatio domni Johannis apostolici ad nos venit ...). Welcher Papst gemeint ist, bleibt unsicher. Bei Prou-Lauer 130 wird an Johannes VIII., IX. oder X. gedacht, doch kommen diese wohl kaum in Frage, da das im Jahre 843 durch die Normannen zerstörte Kloster erst unter dem 931‒947 regierenden Erzbischof Theodol wiederhergestellt wurde. Laut der Hist. brevis s. Juliani Turonensis (Salmon, Recueil 223) begann der Wiederaufbau im Jahre 937; vgl. dazu auch Salmon, p. LI f. Man müßte demnach annehmen, daß der Erzbischof schon vor Beginn dieser Arbeiten mit Papst Johannes XI. Verbindung aufgenommen und ein Schutzprivileg erbeten hatte. In der Urkunde Ludwigs IV. vom 1. Aug. 943 wird das Papstprivileg allerdings nicht erwähnt; vgl. Prou-Lauer 51 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 104, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0931-00-00_4_0_2_5_0_110_104
(Abgerufen am 23.07.2017).