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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (XI.) gibt allen Gläubigen (omnibus sanctę Dei ecclesię fidelibus) bekannt, daß er durch Boten des Bischofs Frotherius (II. von Poitiers) gebeten worden sei, ein Privileg für das Kloster Saint-Martin in Poitiers (constructum foris muros Pictauis civitate super fluvium Clini ... cenobium dedicatum in honore sanctę Dei genitricis virginis Marię necnon et sancti Martini) zu bestätigen; nimmt das Kloster in den päpstlichen Schutz (locus ipse sit tutus); verbietet die Einhebung von Abgaben und die Abhaltung von Gerichtstagen im Klostergebiet; verpflichtet die Mönche, an jedem Wochentag eine Messe und bei allen Horen einen Psalm zugunsten der Kongregation von St. Peter (in Rom) zu singen; bedroht Rechtsverletzung mit Exkommunikation und kündigt als Beglaubigungsmittel die eigenhändige Unterschrift und die der römischen Konsuln an. ‒ In nomine Dei patris ...

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 12. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. 10122 fol. 1. Drucke: Bouquet, Recueil IX 218; L. Redet, Cartulaire de l'abbaye de St-Cyprien de Poitiers (Arch. hist. du Poitou 3/1874, 1); Migne, PL. 132, 1062; Zimmermann, PUU. 105 n. † 63. Reg.: J. 2751; JL. 3592; Santifaller, Elenco 553.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Wiederhold, PUU. in Frankreich VI 15. Das ehemalige Cyprianskloster in Poitiers, das durch die Normannen zerstört worden war, wurde im Jahre 931 durch Bischof Frotherius (905‒936) unter anderer Dedikation (Maria und Martin) neu errichtet. Daraus würde sich ergeben, daß nur Papst Johannes XI. der Urheber des undatierten Privilegs gewesen sein kann. Dieses folgt jedoch nirgends dem üblichen Formular der Papsturkunden und muß als Fälschung bezeichnet werden. Bes. auffällig ist die verbale Invokation (vgl. Santifaller, Invokation 79), die mit ego beginnende Intitulation ohne die übliche Devotionsformel und die Corroboration mit der Erwähnung römischer Konsuln. Die Papstunterschrift am Ende der Urkunde soll Signum Johannis papae, qui hunc privilegium fieri iussit gelautet haben.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †102, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0931-00-00_1_0_2_5_0_107_F102
(Abgerufen am 30.05.2017).