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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Der Römer Leo, Sohn des Primicerius Christophorus und Kardinalpresbyter von St. Susanna, wird als Leo VI. zum Papst erhoben.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Flodoard v. Reims, De triumphis (Lauer 179); Ann. Beneventani 928 (MGSS. III 175); Chr. Vulturnense (Federici, FSI. 59/1925, 41); Chr. min. Erphordensis (Holder-Egger, SS. rer. G. 42/1899, 621). Reg.: JL. I p. 453. Lit.: Amling, Gesch. d. Papsttums 31; Zimmermann, Dunkle Jh. 77.

Kommentar

Vgl. weiters die Erwähnungen zum richtigen Jahr 928: Ann. Saxo (MGSS. VI 596), Magnus v. Reichersberg (MGSS. XVII 443); Ann. Ceccanenses (MGSS. XIX 280), Hugo v. St. Viktor (MGSS. XXIV 95), Chr. ex Veneto (MGSS. XXIV 113), Chr. univ. Mettensis (MGSS. XXIV 509), Chr. Basileense (MGSS. XXXI 288), Johannes de Deo (MGSS. XXXI 319). Über die Herkunft des Papstes vgl. Lib. pont. (Duchesne II 242: Leo natione Romanus, ex patre Christoforo) und ebenso Ano. Zwetlensis (Migne, PL. 213, 1025) sowie Cat. Sigerici (Duchesne II p. XV: Leo tituli sanctae Susannae; vgl. dazu Andrieu, La carrière 114). Ein Primicerius Christophorus ist zur Zeit Johannes' VIII. bezeugt, und zwar als Gegner des Formosus; vgl. Halphen, Études sur l'administration 95 u. Santifaller, Elenco 58. Daraus ergibt sich, daß Leo VI. wohl auch zur antiformosianischen Partei gehört haben und zur Zeit seiner Erhebung schon alt gewesen sein dürfte, was wiederum seinen frühen Tod erklärlich macht (vgl. n. 94). Wegen des kurzen Pontifikates wird Leo bei vielen mittelalterlichen Autoren übergangen, auch bei Liudprand v. Cremona (Becker, SS. rer. G. 41/1915, 96), der Johannes XI. unmittelbar auf den abgesetzten Johannes X. (n. 89) folgen läßt; vgl. dazu auch Zimmermann, Papstabsetzungen 75. Die Auslassung führte weiters zur Annahme eines nicht gezählten Papstes Johannes; vgl. etwa Martin v. Troppau (MGSS. XXII 430). Nicht als Römer, sondern als Griechen bezeichnet Albert v. Stade Leo VI. (MGSS. XVI 298). Die Erhebung des neuen Papstes erfolgte wohl unmittelbar nach dem Sturz Johannes' X. Zwischen beiden Pontifikaten soll nur 1 Tag Vakanz gewesen sein (Duchesne II 242). Leo gilt als 126. römischer Bischof und erhält öfters irrig die Ordnungszahl VII, so auch bei Ebendorfer, Papstchr. (Zimmermann, MGSS. N.S. XVI 308).

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 90, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0928-06-00_2_0_2_5_0_95_90
(Abgerufen am 29.05.2017).