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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Leo (VI.) erteilt den Bischöfen Formin von Zadar und Gregor von Nin sowie dem gesamten Episkopat Dalmatiens (Formino sancte ladaratensis ecclesię episcopo et Gregorio sancte Nonensis ecclesię episcopo omnibusque episcopis per Dalmatiam commorantibus) mit Zitierung von Konzilskanones die ernste Mahnung, dem Erzbischof (Johannes) von Split als ihrem Metropoliten (vestro metropolitano, sancte Spalatensis ecclesie archiepiscopo) gehorsam zu sein; tadelt die Usurpation fremder Bistümer; befiehlt besonders dem Bischof Formin sowie den Bischöfen von Osor, Rab und Dubrovnik (Absarensic ecclesie episcopum et Arbitanum atque Ragusitanum), sich mit ihren Diözesen zu begnügen; weist dem Erzbischof von Split in Kroatien (in Chroatorum terra) jenen Sprengel zu, den einst die Kirche von Solin (Salonitana ecclesia) innehatte; beschränkt den Kroatenbischof Gregor (von Nin) bei Strafe der Exkommunikation auf das Bistum Skradin (Scardonitana ecclesia) und teilt die Verleihung des Pallium an Erzbischof Johannes von Split mit. ‒ Quia gratuita Dei ...

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1) Anf. 16. Jh., Rom, Arch. Propaganda Fide, SOCG. I 264 fol. 632. 2‒3) 17. Jh., Rom Bibl. Vat.: Cod. Barb. lat. 3218 fol. 152v u. 828 fol. 135v Drucke: Ughelli, Italia 1V 1457, 2V 1421; Farlati, Illyricum III 106; Kukuljević-Sakcinski, Cod. dipl. regni Croatiae I 82; Šišić, Enchiridion I 223; Perojević in Vjesnik za arh. i hist. dalmatinsku 47‒48/1924‒25, 151; Kostrenčić, Cod. dipl. regni Croatiae I 38; Klaić, Hist. Salonitana 105; Zimmermann, PUU. 99 n. 60. Reg.: J. 2742; JL. 3579; Vatican et Yougoslavie IX u. 7. Lit.: Perojević, Hiljadugodišnjica hrvatskoga kraljevstva 137 ff.; Šišić, Povijest hrvata 1427 f.; Perojević, Ninski biskup 80 f.; Dabinović, Hrvatska državna I 74 f.; Matanić, De origine tituli 43; Guldescu, Hist. of Croatie 119.

Kommentar

Zur angegebenen Überlieferung und zur Echtheit vgl. n. 71. Eine wohl gleichzeitig ausgestellte Palliumurkunde für Erzbischof Johannes ist nicht mehr erhalten; vgl. Martí Bonet, Concesión del palio 147. Durch das Papstschreiben wurden die Beschlüsse der zweiten Synode von Split (n. 92) bestätigt und der seit Jahren währende Streit zwischen Johannes von Split und Gregor von Nin um die Metropolitanrechte in Dalmatien und Kroatien zugunsten des ersteren entschieden, ja sogar die diesbezüglichen Beschlüsse der Synode verschärft. Hatte diese erklärt, daß Nin früher überhaupt kein Bistum gewesen sei, so heißt es im päpstlichen Mandat, daß Gregor nur improbitate temporis in Chroatorum terra zum Bischof aufsteigen konnte. Hatte die Synode noch Gregor die Wahl zwischen drei Bistümern gelassen, so entschied der Papst für Skradin. Von Dauer war freilich auch diese Lösung nicht; vgl. Manoilovitsch in Dissertationes p. LXIII ff. Zitiert wird im Papstschreiben der durch die Collectio Dionysio-Hadriana bekannte Kanon 12 des karthagischen Konzils von 390 (vgl. dazu Zimmermann, Rechtstradition 136 u. Fuhrmann, Pseudoisidor II 311).

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 93, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0928-00-00_1_0_2_5_0_98_93
(Abgerufen am 20.01.2017).