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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (X.) erteilt dem König Rudolf von Frankreich, dem Erzbischof Wido von Lyon, den Bischöfen Stateus (von Chalon) und Berno (von Mâcon) sowie den Grafen Hugo (von Burgund) und Giselbert (von Vergy) (Rodulfo glorioso regi Francorum necnon ... Widoni sanctę Lugdunensis ecclesiae archiepiscopo atque ... episcopis Stacteo et Bernoni, comitibus Hugoni et Gisleberto) die Mahnung, dem Kloster Cluny (Cluniaco) (D. Mâcon) zurückzuerstatten, was Abt Berno (von Cluny und Gigny) aus dem Besitz der Abtei Gigny (de potestate Ginniacensis monasterii) (D. Lyon) testamentarisch Cluny zugesprochen, Abt Wido (von Gigny) diesem aber gewaltsam wieder entzogen habe mit der Behauptung, daß das Testament Bernos nicht rechtsgültig sei. Der Papst entscheidet, daß die strittigen Besitzungen so lange unter päpstlicher Schutzhoheit (sub nostra ditione) dem Kloster Cluny gehören sollen, solange Mönche aus Cluny in Gigny leben und nicht freiwillig auf diese Güter verzichten. Er kommendiert endlich das Kloster Cluny dem königlichen Schutze. ‒ Auditum est nostris apostolicis auribus ...

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 12. Jh., Paris Bibl. nat.: Ms. lat. nouv. acq. 2262 p. 28. Drucke: Bull. Cluniacense 2; Mabillon, Ann. III 393; Bouquet, Recueil IX 217; Migne, PL. 132, 812; Bautier-Dufour, Recueil 212; Zimmermann, PUU. 96 n. 58 (zu 927 Feb.‒Aug.). Reg.: J. 2741; Bernard-Bruel, Recueil I 349 n. 371; JL. 3578. Lit.: Gall. Christ. IV 70 u. 219; F. de Gingins-la-Sarraz, Les Hugonides (Arch. f. Schweiz. Gesch. 9/1853, 148 ff.); Sackur, Cluniacenser I 67 f.; Smith, Early Hist. of Cluny 16; Champly, Hist. de Cluny 28; Antonelli, L'opera di Odone 19; Wollasch, Königtum, Adel und Klöster 99 f.; Cowdrey, Cluniacs 18; Rosenwein, Neighbor 173 ff.

Kommentar

Der Streit der beiden nach dem Tode Bernos (13. Jan. 927) wieder unter gesonderter Leitung stehenden Klöster ging um den Hof La Frette (Alafracta). Das Testament Bernos vgl. bei Wollasch, Cluny 12 f. König Rudolf bestätigte am 9. Sep. 927 die Besitzungen Clunys und die Verfügungen Bernos (Bautier-Dufour, Recueil 47), jedoch scheint dies wenig Erfolg gehabt zu haben, so daß sich Abt Odo von Cluny an den Papst wenden mußte. Terminus ante quem für das undatierte Papstmandat ist jedenfalls die Absetzung Johannes' X. (n. 89). Hingegen wird bei Bautier-Dufour 49 die Königsurkunde als Folge des Papstmandates erklärt und darauf hingewiesen, daß Abt Wido nicht erst 936, sondern schon im Jan. 928 (Mabillon, AASS. V 73) Verzicht geleistet habe. Demnach müßte das päpstliche Mandat auf Feb.‒Aug. 927 datiert werden (vgl. n. 82a).

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 87, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0927-00-00_1_0_2_5_0_92_87
(Abgerufen am 19.11.2017).