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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (X.) empfängt eine französische Gesandtschaft unter Führung des Bischofs Abbo von Soissons, die mit Vorlage eines Wahldekrets über die Erhebung des (minderjährigen) Sohnes Hugo des Grafen Heribert (II. von Vermandois) zum Erzbischof von Reims berichtet und um deren Bestätigung ersucht. Auf Bitten Abbos stimmt der Papst der Wahl zu und überträgt (vorläufig) Abbo die geistliche Verwaltung des Erzbistums (Johannes ... petitioni eorum consensum prebens, episcopium Remense Abboni episcopo delegat, quae sunt episcopalis ministerii ab ipso in eodem episcopio tractanda et finienda decernens).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Flodoard v. Reims, Hist. IV 20 (MGSS. XIII 578). Reg.: J. 2735; JL. 3570; Lohrmann, PUU. in Frankreich VII 148 n. 7. Lit.: Lauer, Robert et Raoul 42; Mann, Lives IV 176; A. Pöschl, Bischofsgut und mensa episcopalis, III (1912) 176; J. Saincir, Le diocèse de Soissons, I (Evreux 1935) 50; Venni, Giovanni 81 f.; Dumas, L'église de Reims 15; Zimmermann, Studien 126; Büttner, Heinrichs I. Südwest- und Westpolitik 38 f.; Sot, Flodoard 312.

Kommentar

Hugo war zum Zeitpunkt seiner Wahl noch nicht fünf Jahre alt, so daß der Papst um Dispens bezüglich des kanonischen Alters gebeten werden mußte. König Rudolf von Frankreich hat der Wahl zugestimmt und Heribert die weltliche Verwaltung des Erzbistums als Laienbischof (vgl. Pöschl III 176) übertragen. Mit der Führung der Gesandtschaft nach Rom wurde Abbo wohl als der erste unter den Suffraganen von Reims beauftragt und erhielt vermutlich aus demselben Grund die päpstliche Delegation zur Wahrnehmung der geistlichen Pflichten des jungen Erzbischofs. Über die enge Verbindung Abbos zu Graf Heribert von Vermandois vgl. K. F. Werner in WaG. 20/1960, 100. An die Stelle Abbos trat später der von den Sarazenen vertriebene Erzbischof Odalrich von Aix. Über die weitere Entwicklung vgl. n. 112. Die Wahl Hugos erfolgte Ende 925 nach dem Tode des am 1. Sep. 925 verstorbenen Erzbischofs Seulf von Reims. Die Gesandtschaft nach Rom ist deshalb ins Jahr 926 zu datieren, zumal sich auch 927 Graf Heribert mit König Rudolf entzweite. Eine die Bestätigung Hugos betreffende Papsturkunde ist nicht überliefert.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 75, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0926-00-00_1_0_2_5_0_79_75
(Abgerufen am 20.09.2017).