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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Auf Ersuchen des Königs Tomislav von Kroatien, des Fürsten Michael (Višević von Zahumlje), des Erzbischofs Johannes von Split, der Bischöfe Formin (von Zadar) und Gregor (von Nin) sowie anderer dalmatinischer Bischöfe und kroatischer Adeliger sendet Papst Johannes (X.) die Bischöfe Johannes von Ancona und Leo von Palestrina als päpstliche Legaten zur Veranstaltung einer Synode nach Dalmatien und läßt durch sie dem Erzbischof und dem König Briefe (n. 71 u. n. 72) mit religiösen Weisungen überbringen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Konzilsakten v. Split (Šišić, Enchiridion I 214; Kostrenčić, Cod. dipl. regni Croatiae I 32 Anm. 1) u. Hist. Salonitana Maior (Klaić 98). Reg.:Lit.: Perojević, Hiljadugodišnjica hrvatskoga kraljevstva 119 ff.; Šišić, Povijest hrvata I 414 ff.; Srebrnić in Dissertationes 155 ff.; Dabinovíć, Hrvatska državna I 68 ff.; Dvornik, Slaves 175 f.; Guldescu, Hist. of Croatie 117 ff.; Zimmermann, Dunkle Jh. 60 ff.; Zimmermann, Konzilien von Split 3 ff.

Kommentar

Die Akten der 925 (vgl. n. 73) und 928 (vgl. n. 92) veranstalteten Konzile von Split sind nur in neuzeitlichen Abschriften und Drucken erhalten. Über die älteren Drucke der Konzilsakten vgl. Šišić, Enchiridion I 211 ff. und zu den Handschriften auch n. 71. Die Echtheit ist umstritten. Man nimmt an, daß der Kopist zumindest den Text seinen Zwecken entsprechend gestaltet und gekürzt hat. Die über die slawische Liturgie handelnden Stellen werden vielfach als Interpolationen aus der Zeit um 1060 betrachtet. Vgl. über die Synoden Waldmüller, Synoden 25 ff. sowie über das Problem der slawischen Liturgie J. Zeiller, Chez les Slaves de l'Illyrie, conflit liturgique et religieux (Revue catholique des églises 5/1908, 18 f.), S. Smržik, The Glagolitic or Roman-Slavonic Liturgy (Rom 1959) 41 ff. und die Beiträge von F. Mareš, V. Saxer u. M. Lacko in Matanić, Concili di Split 155 ff. Zum Problem der Echtheit und zum Forschungsgang vgl. Soldo in Matanić, Concili di Split 21 ff. Eine Stelle in der Chronik des Priesters von Duklja (ed. V. Mošin, Ljetopis popa Dukljanina, Zagreb 1950, 51 ff.) meint Manoilovitsch in Dissertationes p. XXXII ff. ebenfalls auf die Synoden von Split beziehen zu können, da hier von einer Volksversammlung der Kroaten am Felde von Duvno die Rede ist, zu der ein Papstlegat gekommen war; vgl. dazu Šišić, Povijest I 387 Anm. 21 und neuerdings die Auseinandersetzung mit Mandić bei Guldescu 322 ff.; L. Steindorff in MIÖG. 93/1985, 279 ff. u. Waldmüller, Synoden 5 ff. Die Veranlassung zu den Bitten der Dalmatiner und Kroaten an den Papst waren Gegensätze zwischen dem lateinischen und kroatischen Klerus in Dalmatien bezüglich der Metropolitangewalt des Erzbischofs von Split und des Gebrauches der slawischen Liturgie. Als Wortführer der kroatischen Opposition gegen Erzbischof Johannes erscheint Bischof Gregor von Nin. Vgl. über ihn und seinen Streit mit Johannes M. Perojević, Ninski biskup u povijesti hrvatskog naroda (Zagreb 1939) 72 ff. und Matanić, De origine tituli 40 ff. Die Datierung der päpstlichen Gesandtschaft nach Dalmatien und der ersten Synode von Split läßt sich aus den Konzilsakten errechnen, denn hier heißt es, daß zwei Jahre später (post biennium) neuerlich päpstliche Legaten nach Dalmatien kamen (vgl. n. 81), um zwischen den Kroaten und Bulgaren Frieden zu stiften. Dies muß vor dem am 27. Mai 927 erfolgten Tode des Bulgarenzaren Simeon gewesen sein, so daß sich für die Datierung der zwei Jahre früher veranstalteten ersten Synode von Split der Anfang des Jahres 925 ergibt; vgl. dazu auch Gruber in Dissertationes 319 ff. Die Absender der dalmatinischen Botschaft an den Papst sind aus n. 71 und n. 72 zu entnehmen. Über die Rückkehr der Papstlegaten und die weiteren Maßnahmen des Papstes vgl. n. 73 und n. 81.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 70, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0925-00-00_4_0_2_5_0_74_70
(Abgerufen am 30.05.2017).