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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Patriarch Nikolaos (I.) von Konstantinopel ruft dem Papst (Johannes X.) (Τῶ̦ πάπα̦ τῆϛ πϱεσβυτέϱαϛ ‘Ρ1F7D;μηϛ seine oftmaligen Bemühungen in Erinnerung, mit Rom in Verbindung zu treten und die Entsendung von Papstlegaten nach Byzanz zu erreichen (n. 42), damit gemeinsam mit ihnen der Tetragamiestreit beigelegt werden könne; berichtet über die Wiederherstellung des Kirchenfriedens im Osten und fordert nochmals die Absendung von Legaten, welche mit päpstlicher Vollmacht die Tetragamie verdammen und so die zwischen Rom und Byzanz entstandenen Differenzen beseitigen sollen. ‒ Πολλάϰιϛ εἰ ϰαὶ μὴ διὰ γϱαμμάτων ...

Überlieferung/Literatur

Drucke: Jenkins-Westerink, Nicholas Letters 298 (vgl. auch 551 n. 56). Reg.: Grumel-Darrouzès, Reg. II 248 n. 718. Lit.: Hergenröther, Photius III 689; Jugie, Le schisme byz. 162 f.; Venni, Giovanni 97; Boójamra, Eastern Schism 131; Beck, Gesch. d. orth. Kirche 123.

Kommentar

Das wenig freundlich gehaltene, undatierte Schreiben des Patriarchen ist wohl knapp nach der Unionssynode vom 9. Juli 920 (vgl. Grumel-Darrouzès II 244 n. 715) abgeschickt worden, die in Byzanz den Tetragamiestreit (vgl. n. 8) zugunsten der Auffassung des Nikolaos beendete. Von ihr redet der Patriarch wie von einem jüngst vergangenen Ereignis, wozu auch seine Bemerkung stimmt, daß die Einigung im neunten Jahr nach seiner Restitution (vgl. n. 8) erfolgte. Der errungene Sieg ermutigte den Patriarchen, auch vom Papst die Verdammung der Tetragamie und der früheren Entscheidungen Sergius' III. ziemlich energisch zu fordern, während er in späteren Schreiben einen weit höflicheren Ton anschlug. Erst 923 brachten die Vorstellungen den gewünschten Erfolg (vgl. n. 66).

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 50, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0920-07-00_1_0_2_5_0_54_50
(Abgerufen am 19.10.2017).