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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst (Johannes X.) empfängt den nach Rom gepilgerten Bischof Salomo (III.) von Konstanz, erteilt ihm wunschgemäß Absolution vor allem in bezug auf die durch ihn verschuldete Hinrichtung der schwäbischen Grafen Erchanger, Berchtold und Liudfrid und beschenkt den Heimkehrenden mit Reliquien vor allem des Märtyrers Pelagius.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Ekkehard, Casus s. Galli (Meyer v. Knonau 84 f.). Reg.:Lit.: Tüchle, Romfahrten 99.

Kommentar

Wie schon Meyer v. Knonau und auch Zeller, Bischof Salomo 78 bemerkten, beruht Ekkehards Bericht vermutlich auf einer Verwechslung mit der von Salomo 904 unternommenen Romreise zu Papst Sergius III., die auch in n. 46 erwähnt ist. Der Chronist motiviert die Pilgerfahrt mit der am 21. Jan. 917 erfolgten Enthauptung der drei genannten Feinde Salomos (vgl. dazu Böhmer-Mühlbacher n. 2101 b), die auf der Synode von Hohenaltheim (vgl. n. 43) nur zu lebenslänglicher Klosterbuße verurteilt worden waren (MG. Conc. VI/1, 28 f.). Demnach müßte in die Zeit zwischen Anfang 917 und dem am 5. Jan. 920 erfolgten Tod des Bischofs datiert werden, und der von Ekkehard nicht mit Namen genannte Papst wäre mit Johannes X. zu identifizieren: A papa vero benigne susceptus, cum ibi supplicans aliquandiu moraretur, indulgentiam sibi ab eo plorans petit ... Tandem autem ab apostolico indulgentiam adeptus domum redire laetanter aggreditur reliquiis sanctorum donatus ... Der zeitgenössische Fälscher von n. 46 bezeugt aber, daß Salomos geplante Romfahrt nicht durchgeführt wurde. Es käme also höchstens eine recht unwahrscheinliche Reise im weiteren Verlauf des Jahres 919 in Frage. Pelagius wurde aber schon vor Salomo in Konstanz verehrt.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. †47, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0919-03-00_1_0_2_5_0_51_F47
(Abgerufen am 23.01.2017).