Regestendatenbank - 174.569 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

Sie sehen den Datensatz 47 von insgesamt 1338.

Der von Papst Johannes X. entsandte päpstliche Apokrisiar und Bischof Petrus von Orte eröffnet die von ihm präsidierte Synode von Hohenaltheim durch Verlesung eines päpstlichen Mahnschreibens (cartam apostolicis litteris inscriptam, qua monebamur, arguebamur et instruebamur de omnibus ad veram religionem christianae fidei pertinentibus). Im Namen des Papstes (auctoritate sancti Petri Johannisque, vicarii eius, domni papae) sendet die Synode an den zur Verantwortung geladenen, aber nicht erschienenen Invasor des Bistums Straßburg Richwin eine zweite Ladung zu einem von Erzbischof Heriger (von Mainz) am 15. Mai (917) in Mainz abzuhaltenden Konzil und bedroht ihn für den Fall des Nichterscheinens mit der Suspension, bis er in Rom vor dem Papste selbst (coram papa) Rechenschaft ablege. Mit päpstlicher Autorität (apostolica auctoritate) interdiziert der päpstliche Legat die ebenfalls zur Synode nicht erschienenen sächsischen Bischöfe bis zu ihrer Verantwortung in Rom vor dem Papste.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Konzilsakten v. Hohenaltheim (MG. Conc. VI/1, 19 f. u. 34 f., c. 29 f.). Reg.: J. *2725; JL. *3555; Böhmer-Mühlbacher n. 2101 a; Wentzke, Reg. I 243 n. 121; GP. III/3, 9 n. *9 u. IV/4, 72 n. *56. Lit.: Hefele-Leclercq, Hist. des conc. IV 744 ff.; Engelmann, Legaten 92 f.; Berr, Gewalttaten 66; Lintzel, Beschlüsse 97 f.; Venni, Giovanni 73 ff.; Ganahl, Studien 10; Hauck, Kirchengesch. III 13 ff.; M. Hellmann, Die Synode von Hohenaltheim (Wege der Forschung 1/1956, 289‒312); H. Fuhrmann, Die pseudoisidorischen Fälschungen und die Synode von Hohenaltheim (Zs. f. bayer. Landesgesch. 20/1957, 136‒151); H. Fuhrmann, Die Synode von Hohenaltheim (916) quellenkundlich betrachtet (DA, 43/1987, 440‒468, bes. 426 f.); Wolter, Synoden 11 ff.

Kommentar

Das vom päpstlichen Legaten (vgl. über ihn Riesenberger, Prosopographie 288) überbrachte Papstschreiben ist verloren und nur aus den Konzilsakten bekannt. Die Frage, auf wessen Veranlassung der Legat nach Deutschland gesandt wurde, auf die des Königs Konrad I. oder des deutschen Episkopates, wurde von Hellmann 308 zugunsten der Bischöfe entschieden. Diesen ging es bei der Veranstaltung der Synode unter päpstlicher Autorität aber auch um die Stärkung der königlichen Macht. Abgesehen von den zitierten c. 29 und 30 der Konzilsakten wird auf den Papst auch in c. 31 verwiesen, wo der Bischof Richowo von Worms den Auftrag erhält, über die Blendung des Bischofs Einhard von Speyer Nachforschungen anzustellen und darüber dem Papste brieflich zu berichten. Über Richwin vgl. auch L. Pfleger, Die rechtlichen Beziehungen der Diözese Straßburg zur Mainzer Metropolitankirche (Arch. f. elsäß. Kirchengesch. 10/1935, 35) und Hübinger, König Heinrich 9. Wie sehr in späterer Zeit die Hohenaltheimer Beschlüsse als päpstlich angesehen wurden, zeigt eine Anspielung auf c. 27 bei Bernold v. Konstanz (MG. Ldl. II 106). Vgl. weiters die Erwähnung der Hohenaltheimer Synode und der Legation bei Hermann v. Reichenau (MGSS. V 112). Am ausführlichsten handelt über die Synode jetzt die Einleitung zur Ed. in MG. Conc. VI/1, 1 ff.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 43, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0916-09-20_1_0_2_5_0_47_43
(Abgerufen am 24.01.2017).