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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,5

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Papst Johannes (X.) bestätigt dem Erzbischof Heriveus von Reims (Heriueo Remorum archiepiscopo) den Erhalt des erzbischöflichen Schreibens (n. 20), bezeugt seine Trauer über die Bedrängung der Christen durch die Heiden und seine Freude über die endliche Bekehrung der Normannen. Die Entscheidung über die Frage, was mit den ins Heidentum rückfälligen Normannen zu geschehen habe, wird dem Erzbischof überlassen, da dieser das Volk und dessen Sitten besser kenne. Der Papst ermahnt aber, gemäß der dem Erzbischof bekannten kanonischen Vorschriften milde vorzugehen, den Neubekehrten keine untragbaren Lasten aufzubürden und sich den Bußfertigen nicht zu versagen. Der Papst bestätigt ferner mit Dank den Erhalt des ihm übersandten Geschenkes. ‒ Vestrae fraternitatis ...

Überlieferung/Literatur

Org.: Kop.: 1) Anf. 10. Jh., Rom Bibl. Vat.: Cod. Regin. lat. 418 fol. 75. 2) 10. Jh., Paris, Bibl. nat., Ms. lat. nouv. acq. 4280 A fol. 106v. Drucke: Sirmond, Conc. III 534; Mansi, Coll. XVIII 189; Bouquet, Recueil IX 209; Migne, PL. 131, 27; Zimmermann, PUU. 65 n. 38 (ad 914). Reg.: J. 2707; JL. 3553; Dipl. Dan. I 1 S. 115 n. 287. Lit.: Mann, Lives IV 177 f.; Steenstrup, Normandiets Historie 80; Zimmermann, Rechtstradition 138; Sot, Flodoard 219, 225 u. 233 f.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Kehr in GGN. 1903, 57 u. 130 sowie R. H. Bautier, Un recueil de textes pour servir à la biographie de l'archevêque de Reims Hervé (Mél. Halphen, Paris 1951, 1-6), Schröder, Synoden 159 u. Mordek, Bibl. cap. 455 u. 879. Die älteren Drucke verweisen den Papstbrief in den Pontifikat Johannes' IX., erst J. Düret, Chronologie der Päpste zu Anfang des 10. Jahrhunderts (Gesch.Bl. aus der Schweiz 2/1856, 287 ff.) datierte richtig auf etwa 914, da offenbar die Bekehrung der Normannen nach der Taufe ihres Herzogs Rollo (912) gemeint ist. Für die zeitliche Einordnung des undatierten Papstschreibens ist demnach der Beginn des Pontifikates Johannes' X. und der Tod des Erzbischofs Heriveus maßgebend. Das normannische Siedlungsgebiet lag an der Grenze der Kirchenprovinz Reims, so daß daraus das Interesse des Erzbischofs an der Missionierung erklärlich ist.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,5 n. 21, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0914-00-00_8_0_2_5_0_25_21
(Abgerufen am 19.09.2017).