Regestendatenbank - 182.315 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,4

Sie sehen den Datensatz 989 von insgesamt 1024.

Heinrich urkundet für das Kloster St. Maximin bei Trier, 〈von dem er 6656 Hufen zu Lehen bekam, die er aber an den Herzog Heinrich, den Pfalzgrafen Ezzo und den Grafen Otto unter der Bedingung weiterverliehen hatte, daß diese und deren Erben für den altersschwachen Abt von St. Maximin Hof- und Heerfahrt zu leisten haben. Das Kloster soll, wie die Abtei Echternach, von den genannten Reichsdiensten befreit sein, außer es wird zur Teilnahme an allgemeinen Hoftagen in Mainz, Metz oder Köln aufgefordert; ferner verzichtet der Kaiser auf das servitium, das alle zwei Jahre vom Kloster geleistet wurde, und verbietet die Verlehnung des verbliebenen, namentlich angeführten Pfründengutes. Im Falle weiterer Konfiskationen kann das Kloster an den Papst appellieren〉. – Guntherius canc. vice Aribonis archicap.; Fälschung aus der ersten Hälfte des 12. Jh.; das Spurium gehört mit dem DH. II. 502 (Reg. 2053) in jene Gruppe von Fälschungen, die nach Bresslaus Ausführungen in Westdeutsche Zeitschrift 5 (1886) 36 ff. von einem Mönch von St. Maximin um das Jahr 1116 angefertigt wurden; Oppermann, Rhein. Urkundenstudien 2, 66 f. (Bijdragen van het Instituut voor middeleeuwse Geschiedenis der Rijks-Universiteit te Utrecht XXIII, 1951) und Th. Mayer, Fürsten und Staat (1950) 138 Anm. 2, 144, 162 f. verlegen die Entstehung in die Zeit um 1140. Da das Protokoll beider Fälschungen und vor allem die falsche Berechnung der Königsjahre dem Gebrauche der Kanzlei Heinrichs II. entsprechen und ein Aufenthalt des Kaisers zu Trebur Anfang Dezember 1023 durch DH. II. 501 (Reg. 2052) belegt und ein solcher zu Mainz einige Tage früher nach dem Verlauf des Itinerars möglich ist, darf nach Bresslaus Vorbemerkung zu DH. II. 500 mit Bestimmtheit angenommen werden, daß der Fälscher zwei echte Diplome Heinrichs II. für St. Maxmin benutzt hat, deren Rechts- und Sachinhalt aber unbekannt ist; ebenso offen bleibt die Frage, was – mit Ausnahme des Protokolls – aus den echten Diplomen in die Fälschungen übernommen wurde; M.; vom künstlich befestigten Siegel ist nur noch ein kleines, nichtssagendes Bruchstück erhalten; „Quamvis antiquos terminos.”

Überlieferung/Literatur

Angebl. Cod. lat. 9266 der Bibliothèque nationale Paris.

Abschrift im Kopialbuch von St. Maximin aus dem Anfang des 13. Jh. im Staatsarchiv Koblenz (B).

Brower, Ant. Trevir. ed. I. 1, 630 Extr. aus B mit indict. VII; MG. DD. 3, 636 no. 500.

Görz, Mittelrhein. Regg. 1226; Böhmer 1249; Stumpf 1815; Hammerstein-Gesmold, Urkunden u. Regesten zur Geschichte der Burggrafen und Freiherren v. Hammerstein (1891) 5 no. 16; C. Wampach, Urkunden- u. Quellenbuch zur Geschichte der altluxemburgischen Territorien 1 (1935) 319 no. 227.

Kommentar

Zur Sache vgl. Wampach l. c. und zu den Ortsnamen Falk, MIÖG. 9 (1888) 322 f.

Nachträge (1)

Nachtrag von David Schnur, eingereicht am 12.06.2016.

Regest in: Kortenkamp, Gottfried (Bearb.): Die Urkunden der Stadt Wittlich und ihres Umlandes vom 10. Jahrhundert bis zum Stadtbrand im Jahre 1569 (Geschichte und Kultur des Trierer Landes 14), Trier 2016, Nr. 3, S. 29f.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,4 n. 2051, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1023-11-30_1_0_2_4_1_989_2051
(Abgerufen am 20.10.2017).