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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,4

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Heinrich belagert in Anwesenheit Papst Benedikts VIII. „ingenti cum exercitu” die Stadt Troia, die von den Byzantinern erbaut und gut befestigt worden war. Da die Stadt trotz des Einsatzes von Belagerungsmaschinen nicht gestürmt werden kann, nimmt der Kaiser schließlich die zweimal angebotene Unterwerfung an, zumal in der sommerlichen Hitze im Heer bereits eine Seuche ausgebrochen ist. Die Mauer der Stadt muß an einer Stelle niedergerissen werden, doch darf sie nach dem Treueid der Bürger und nach der Stellung von Geiseln wieder aufgebaut werden. – Vor Troia erscheint (wohl gegen Ende der Belagerung) Erzbischof Pilgrim von Köln mit dem gefangenen Fürsten Pandulf von Capua (vgl. Reg. 2012 a), den ein Fürstengericht wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Auf Bitten des Kölner Erzbischofs wird er jedoch begnadigt und in die Verbannung nach Deutschland mitgenommen. Weimar, der Sohn des gleichnamigen Fürsten von Salerno, wird Papst Benedikt VIII. übergeben.

Überlieferung/Literatur

Rodulfus (SS. 7, 63); Romoaldi Ann. (SS. 19, 403); Leo II, 40 f. (SS. 7, 654 f.); Ann. Sangall. maior. (SS. 7, 82); Ann. Quedlinburg. (SS. 3, 88); Ann. Casinens. (SS. 30/2, 1410); Gesta episc. Cameracens. III, 17 (SS. 7, 470); Lupus (SS. 5, 57); Chron. suev. univ. (SS. 13, 70); Arnulf cap. 18 (SS. 8, 11); Chronicon Farfense (FSI. 33, 253); Hugo v. Farfa, Querimonium (ebenda 77); Ademar III, 37 (SS. 4, 133); Ann. Beneventani (SS. 3, 178); Amatus I, 24 (FSI. 76, 33 f.); Casus s. Galli cont. II (SS. 2, 155); Adalbert cap. 23 (SS. 4, 805); Ademar III, 37 (SS. 4, 133).

Kommentar

Dauer der Belagerung von den Ann. Sangall. u. Heremi l. c. ziemlich übereinstimmend mit 12–13 Wochen vermerkt, während Romuald l. c. unrichtig von vier Monaten spricht; zur Bedeutung Troias als byzantinische Grenzfestung vgl. FSI. 76 (1935) 33 Anm. 2, sowie l. c. 38 Anm. 1 zur Belagerung und l. c. 35 Anm. 1 zum zeitlichen Ansatz des Fürstengerichtes. – Die von Arnulf erwähnte Gefangennahme von vier Markgrafen gehört zu 1014 (vgl. Reg. 1839 a). – Vgl. Jbb. Heinrichs II. 3, 203 f. und zu Weimar von Salerno l. c. 200 Anm. 3; L. Heinemann, Geschichte d. Normannen in Unteritalien u. Sizilien 44 f.; G. Mor, L'etá feudale 1, 569 f. (Storia politica d'Italia 1952); Holtzmann, Kaiserzeit 478; Zimmermann, Papstregg. no. 1238.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,4 n. 2019a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1022-03-00_1_0_2_4_1_933_2019a
(Abgerufen am 18.10.2017).