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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,4

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Heinrich erneuert dem Papst Benedikt VIII. das von Kaiser Otto I. mit der römischen Kirche abgeschlossene Paktum (DO. I. 235) und bestätigt ihm darüber hinaus das Kloster Fulda mit dem Recht der Abtweihe, ferner die übrigen Klöster und Besitzungen des hl. Petrus diesseits der Alpen, ausgenommen die Orte Antiesenhofen, Winhöring und Uuillinbach, die der Kaiser gegen ein Gebiet zwischen Narni, Teramo und Spoleto von der römischen Kirche eingetauscht und an das Bistum Bamberg geschenkt hatte; außerdem unterstellt er dieses Bistum dem Schutze der Päpste, die dafür vom Bamberger Bischof jährlich ein weißes gesatteltes Pferd erhalten sollen. Die Urkunde unterfertigen: Kaiser Heinrich, die Erzbischöfe Erkanbald von Mainz, Heribert von Köln, Poppo von Trier, die Bischöfe Dietrich von Metz, Eberhard von Bamberg, Meinhard von Würzburg, Werner von Straßburg, Walter von Speyer, Ruthard von Konstanz, Udalrich von Chur, Adalbero von Basel, Heimo von Verdun, Walter von Eichstätt, die Äbte Richard von Fulda, Arnold von Hersfeld, Burchard, Ruodho von Ellwangen, die Herzöge Gottfried von Niederlothringen, Bernhard II. von Sachsen, Dietrich von Oberlothringen, die Grafen Welf, Konrad, Konrad, Otto, Adilbraht, Poppo, Friedrich, Bezelin, Pfalzgraf Ezo von Lothringen, Kämmerer Friedrich, Truchseß Ezo, Schenk Henzo u. a. (Super hec confirmamus vobis Fuldense monasterium et abbatis eius consecrationem atque omnia monasteria cortes et villas, quas in ultramontanis partibus sanctus Petrus habere dinoscitur, absque Antesna, Uuiniheringa sive Uuillinbach, que a sancti Petri ecclesia per commutationis paginam episcopo nostro Babenbergensi collate sunt, pro quibus sepe dicte ecclesie sancti Petri transcribimus concedimus et confirmamus omnem illam terram, quam inter Narniam, Terannem vel Spoletum ex regni nostri parte habuimus. Sub tuitione preterea sancti Petri et vestra vestrorumque successorum pretaxatum episcopium Babenbergense offerimus, unde sub pensionis nomine equum unum album faleratum ex eiusdem loci episcopo vos annualiter suscepturos sancimus). – Erweiterte Wiederholung des DO. I. 235. – Die 1339 noch vorhanden gewesene Prunkurkunde (Goldschrift auf Purpurpergament) mit der kaiserlichen Goldbulle war nach Bresslaus Vorbemerkung zu DH. II. 427 die Originalausfertigung der Urkunde, über deren Schreiber sich nichts sagen läßt; vgl. auch Bresslau, Urkundenlehre 2, 510. Die Echtheit ist nach Ficker, Italienische Forschungen 2, 332 ff. und Sickel, Das Privileg Ottos I. für die römische Kirche gesichert. Weilands Bedenken MG. Const. 1, 65 hinsichtlich einer Interpolation der Vorurkunde DO. I. 235 konnten von Bresslau l. c. zerstreut werden; zur Überlieferung vgl. Bloch NA. 25 (1900) 681 ff.

Überlieferung/Literatur

fehlt.

Transsumpt des Johann von Amelio vom Jahre 1339 im Archivio Vaticano Rom, Arm. I, caps. X no. 21 (A); Cod. Ottobonianus lat. 3057 (Albinus) um 1185 geschrieben f. 148' in der Biblioteca Vaticana Rom (B); Originaltranssumpt vom Jahre 1245 (Potthast Reg. 11715) im Archivio Vaticano Rom, Arm. I, caps. X. no. 1 (C); Abschrift eines anderen Transsumpts vom Jahre 1245 in Cod. lat. 8990 f. 77 (D1) und f. 85 (D2), Paris Bibliothèque nationale.

Raphael Volaterranus, Commentariorum urbanorum XXXVIII libri ed. I. (Rom 1506) 24' Reg.; MG. LL. 2b, 174 aus Druck; MG. Const. 1, 66 aus B und Drucken; MG. DD. 3, 542 no. 427.

Stumpf 1746; Heidingsfelder, Regg. d. Bischöfe v. Eichstätt no. 159; Guttenberg, Regg. d. Bischöfe v. Bamberg no. 157.

Kommentar

Das Diplom, dem das Datum gefehlt hat, muß nach Bresslaus Vorbemerkung in den Monaten April oder Mai anläßlich des Papstbesuches zu Bamberg oder Fulda ausgestellt worden sein, denn der unterfertigte Bischof Walter von Eichstätt hatte erst Anfang 1020 seine Würde erhalten, und Erzbischof Heribert von Köln war am 16. März 1021 verstorben. – Zu den sachlichen Veränderungen vgl. DDH. II. 382–384, 509 (Regg. 1921–1923, 2061), zu den Papsturkunden für Bamberg und Fulda vgl. Jaffé-L. 4030, 4057 = Zimmermann, Papstregg. no. 1224, 1270, ferner Hermann von Reichenau (SS. 5, 132) und Leo von Ostia 2, 46 (SS. 7, 658) sowie E. E. Stengel in HZ. 134 (1926) 216 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,4 n. 1968, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1020-04-00_1_0_2_4_1_858_1968
(Abgerufen am 21.01.2017).