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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,4

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Heinrich belagert die Burg, die umsichtig und ausdauernd verteidigt wird. Die Eingeschlossenen errichten den heidnischen Liutizen gegenüber ein Kreuz, und als der Kaiser nach dreiwöchigen Vorbereitungen den Sturm befiehlt, vernichten sie die Belagerungsmaschinen durch Feuer. Nach weiteren erfolglosen Angriffen der Böhmen unter Herzog Udalrich sowie der Liutizen muß Heinrich die Belagerung abbrechen. Auf beschwerlichen Märschen führt er das durch Krankheiten erschöpfte Heer über Böhmen nach Meißen (vgl. Reg. 1908 d). Herzog Boleslaw von Polen, der in Breslau den Verlauf der Kämpfe um Nimptsch abgewartet hatte, läßt die Deutschen von 600 Mann Fußtruppen verfolgen, die aber aufgerieben werden. Die Liutizen verlassen das Heer, weil ein als Feldzeichen mitgeführtes Bild ihrer Göttin von einem Deutschen durch Steinwurf beschädigt worden war. Der Kaiser entschädigt sie mit 12 Pfund. – Inzwischen waren die Mährer nach Böhmen eingefallen, sie eroberten eine Burg und machten sich mit großer Beute auf den Rückmarsch. Verfolgt von Markgraf Heinrich I. von der bayrischen Ostmark verloren sie über 1000 Mann und alle Gefangenen. Am 15. August hatten die Polen die Burg Alt-Belgern (an der Elbe) angegriffen, die sich trotz längerer Belagerung halten konnte. Daheim gebliebene Liutizen versuchten vergeblich, eine Burg des Polenherzogs zu erobern. Sie verloren dabei 100 Mann.

Überlieferung/Literatur

Thietmar VII, 60 (44) f., 63 (46) f.; Ann. Quedlinburg. (SS. 3, 84).

Kommentar

Vgl. die Literaturangaben zu Reg. 1907 a, ferner B. Bretholz, Geschichte Böhmens u. Mährens (1912) 122 und W. Brüske. Untersuchungen z. Geschichte des Lutizenbundes 68 (Mitteldeutsche Forschungen 3, 1955).

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Empfohlene Zitierweise

RI II,4 n. 1908c, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1017-08-12_1_0_2_4_1_749_1908c
(Abgerufen am 17.01.2017).