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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,4

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Heinrich schenkt der bischöflichen Kirche von Bamberg die von seinen Eltern ererbte Abtei Deggingen (Kr. Nördlingen, RB. Schwaben/Bayern) im Riesgau in der Grafschaft des Grafen Sigehard mit allem Zubehör und verbietet jegliche Bedrückung des Klosters. Ein interpolierter Abschnitt bestimmt, daß der Vogt ohne Untervogt zu verwalten habe, daß er mit den Hintersassen der Abtei zweimal jährlich, und zwar vor dem Fest des hl. Michael (29. Sept.) und vor dem ersten Fastensonntag, Gerichtstag halten solle und welche Abgaben ihm bei dieser Gelegenheit von den Kolonen dargebracht werden müssen (quia, cum haberent parentes nostri abbatiam in Rhecia in comitatu Sigehardi comitis Teggingen dictam in honore domini et beatissimi Martini constructam, nos ipsam abbatiam hereditario iure nobis propriam ... camque nostro Babenbergensi episcopatui ... contradidimus, quatinus uni familiare preberetur obsequium nec altari deesset pię defensionis maternale solatium. Dedimus autem ipsum locum prefatę ęcclesię cum omni legalitate ad eundem locum pertinente ... Porro locum ipsum ab omni oppressione liberum fore censemus statuentes, ut quascumque possessiones, quęcumque predia vel a parentibus nostris vel a nobis aut a quocumque hominum iuste ac legaliter sint vel fuerint eidem loco delegata, sine omni gravamine, sine molestia, sine inquietudine servientes inibi deo possideant. 〈Sane advocatiam supra dicti loci sub tali conditione instituimus, ut advocatus per semet ipsum eam sine subadvocato administret, placitum vero cum colonis bis in anno, hoc est ante festum sancti Michahelis et ante quadragesimam, habeat, et tunc detur ei servitium: duo modii tritici, modius siliginis, porcus inductilis, porcus lateralis et porcellus, VI casei, centum ova, VIII pulli gallorum, urna vini vel medonis – et urna constet ex XXX pecariis –, duę urnę cervisię, duo acrevi avenę, modius avenę vel ordei. Hęc iusticia advocati.〉). – Guntherius canc. vice Erkanbaldi archicap.; M.; „Redemptoris nostri salutaris.”

Überlieferung/Literatur

Angebl. München Hauptstaatsarchiv (A).

Stengel, Monasteriologia 1 s. v. Deckingen aus A; MG. DD. 3, 459 no. 357.

Böhmer 1157; Stumpf 1678; Guttenberg 132.

Kommentar

Nach Bresslaus Vorbemerkung zu DH. II. 357 wurde für die Herstellung dieses angeblichen Originals, das aus dem Bamberger Archiv stammt, ein von GD verfaßtes und dem Eschatokoll nach auch geschriebenes Diplom Heinrichs II. benutzt, welches eine Besitzbestätigung und vielleicht auch eine Schutzverleihung enthalten haben könnte. Der die Rechte des Vogtes regelnde Abschnitt, der mit dem Zusatz hinter der Datierung von DH. II. 152 (Reg. 1658) nahezu wörtlich übereinstimmt und nach Guttenberg l. c. no. 69, 132 ebenfalls mit dem Servitienverzeichnis im ältesten Domstiftsurbar im Zusammenhang steht, ist nach Bresslau l. c. sicher interpoliert und war der Grund für die Anfertigung der Fälschung. Es wird vermutet, daß Bischof Otto von Bamberg (1102–1139), der die seinem Bistum seit längerer Zeit entfremdete Abtei wieder erworben hatte (vgl. Relatio de piis operibus Ottonis ep. Bamberg. c. 29, MG. SS. 15, 1163), eine Regelung der Vogteirechte auf diese Weise zu erreichen versuchte; vom durchgedrückten Siegel ist nur ein Bruchstück ohne Schrift und Bild erhalten; zur falschen Indiktion vgl. Bresslau NA. 26 (1901) 346. – Die einzigen Nachrichten zur Geschichte der Abtei bis 1016 bieten die DDH. II. 152, 357 (Regg. 1658, 1894), die aber nicht entscheiden lassen, wann Deggingen am Bamberg gekommen ist. Die Abtei, die später in ein Männerkloster umgewandelt wurde, wird in der Relatio de piis operibus Ottonis ep. Bamberg. l. c. als abbacia sanctimonialium bezeichnet.

Nachträge (1)

Nachtrag von Dr. Herbert W. Wurster, eingereicht am 20.03.2015.

Deggingen s. a. Mönchsdeggingen in DD HII, Nr. 155. Jetzt auch: Germania Benedictina, II: Bayern, 1175.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,4 n. 1894, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1016-10-11_2_0_2_4_1_715_1894
(Abgerufen am 23.03.2017).